Wolken und Sonnenschein

Nach einem traumhaften sommerlich-sonnigen Geburtstags-Wochenende am Bodensee fuhren der Liebste und ich wieder nachhause. Auf dem Weg türmten sich Wolkenberge vor uns auf, sturzbachartige Regenfälle fielen (sehr angenehm auf der Autobahn in der Baustelle) und auch inhaltlich tauchten einige schwierige Themen auf (nicht miteinander, da ist alles bestens); die gute Stimmung nach dem schönen Wochenende schlug um in still und nachdenklich und noch stiller und ein wenig traurig. Das mochte ich gar nicht und ich bat ganz „scheinheilig“ um eine Pippi-Pause. Um dann als erstes den Liebsten mal so richtig in den Arm zu nehmen und zwar so, dass die Umarmung richtig ankommen konnte, was ich in seinem Gesicht sehen konnte, da ging nämlich richtig „das Licht an“ und er lächelte. Das war meine erste Idee und die zweite war, eines der wunderschönen Bücher vom Sepp aus der Reisetasche hervorzuholen, da erinnerte ich mich  nämlich an eine Stelle, die genau zum Thema passte.

Bereits durch die Pause und die Umarmung ein wenig aufgemuntert und gestärkt fuhren wir weiter und ich begann aus „Einfach sein“ vorzulesen. Ich habe es ganz vorgelesen, Sepp schreibt über die Dinge, die auch mir wichtig sind, die Liebe, das Gesetz der Anziehung und Resonanz, vom Säen und Ernten u.v.m., aber diese Stelle hier hat vor allem dem Liebsten besonders gut getan:

„Eigenliebe ist das Fundament für Nächstenliebe.
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Nächstenliebe ohne Eigenliebe ist undenkbar

Wenn ich nicht will, dass sich andere um mich Sorgen machen müssen
und ich ihre Energie nehme oder brauche, wenn ich also nicht egoistisch sein möchte, sorge ich dafür, dass es mir gut geht.“

Ja, wenn ich für mich selber sorge und es mir gut geht, dann kann ich auch besser für andere sorgen und da sein, das habe ich selbst erlebt und gerade für Menschen, die gern für andere Verantwortung übernehmen (da steht mir der Liebste um nichts nach), ist diese Sichtweise oft sehr befreiend und erholsam.

Dann las ich noch ein wunderbares Kapitel über Vergebung und vor allem Selbst-Vergebung und das tat mir ganz besonders gut:

„Vergebung heisst nicht etwas verdrängen oder schönreden, sondern einfach loslassen. Der Person, der man vergibt, die Macht entziehen, die Macht über das eigene Wohlbefinden. Vergeben heisst auch gleichzeitig die Vergangenheit loslassen, um das Jetzt und Heute zu leben. – Ich bin willens, zu vergeben. –  Ich liebe und akzeptiere mich wie ich bin.

Und genau in dem Moment, als wir dann beide die Worte in uns wirken liessen und wieder lächelten, unsere Sorgenwolken gemeinsam vertrieben hatten, da tat sich ein traumhafter Sonnenuntergangshimmel vor uns auf, in allen rosa-gelb-orange-Tönen, die man sich nur vorstellen kann… Es war, als wäre der Himmel mit uns einverstanden und würde uns seinen „Segen“ geben… Ja, ich bin sehr dankbar, dass ich Sepp wiedergetroffen habe und ich glaube schon lange nicht mehr an Zufälle 🙂

ok, das ist Elba und nicht die A7, aber auch ein schöner Sonnenuntergang:-)

Advertisements

17 Kommentare

Eingeordnet unter Blickwinkel, Buchtipps, Gedankenkarussell, Leben, Lieben, Motivation, Philosophieren, Reisegeschichten, Veränderung, Visualisieren, Wahrnehmung, Werte, Ziele

17 Antworten zu “Wolken und Sonnenschein

  1. zorro2011

    Der Sonnenuntergang war auf der A7 noch schöner als auf Elba ;-)) und die Worte und dein Vorlesen haben da was ganz besonderes bewirkt!! Da war auch der Kirchenbesuch in Langenargen plötzlich in einem noch tolleren Licht :-)….verreisen macht Spass mit Dir !!!
    Eine liebe Umarmung von deinem Zorro

    • Liebster Zorro, aber trotzdem war es sonst auf Elba schöner als auf der A7:-) Das ist schön, dass meine Worte und mein Vorlesen soviel bewirkt haben bei Dir – bei mir nämlich auch und da kann man so manches in einem schöneren Licht sehen… Ich verreise auch so gern mit Dir!!! Eine liebe Umarmung von Deiner Andrea

  2. Liebste Andrea,

    das ist eine schöne Geschichte… und ein schöner ergänzender Kommentar dazu… *lächel*
    Was soll ich dazu noch sagen, es ist einfach wunderschön ~ Begegnungen fallen einem zu, und wir lernen besser und besser aus dem, was ist, das Beste zu machen… 🙂

    Allerliebste Herzensgrüße zu dir,
    Elisabeth

  3. Hase

    Liebste Andrea,
    das ist einfach wunder- wunderschön. Fast wären mir die Tränen gekommen. Bei mir geschehen auch solche Dinge zwischen Himmel und Erde, für die man einfach nur dankbar sein kann.
    ganz herzliche Grüße
    Erika 🙂

  4. Liebste Andrea,
    zwei Seelen im Gleichklang. Was gibt es Schöneres auf diesem Planeten. Aber dennoch, eine Anmerkung habe ich, und das betrifft die „Verantwortung“. Gerade heute habe ich eine lieben Freundin gesagt, dass sie NICHT die Verantwortung tragen sollte für ihren Liebsten. Wir Frauen neigen ja dazu, für alles und jedes Verantwortung zu übernehmen. Ständig schaue ich: wie geht es meiner Mutter, wie geht es meinen Kindern, wie geht es meinen Freundinnen, und hätte ich einen Liebsten, würde ich ihn wieder mit meiner „Verantwortung“ erschlagen 😉
    Schön zu sehen, dass es auch anders geht, danke dafür. An diesem Thema arbeite ich gerade – loooooooooooslassen.
    Ich freue mich auf Freitag, liebste Grüße von Dori

    • Liebste Dori, ich bin zutiefst dankbar für diese Seelenverbindung mit meinem Liebsten – wir sind wirklich füreinander da und spüren sehr schnell, wenn es dem anderen mal nicht gut geht und können sowohl „Hilfe“ geben als auch annehmen (das ist nämlich manchmal viel schwerer). Wir sind beide Menschen, die gern für andere Verantwortung übernehmen und haben miteinander gelernt, damit besser umzugehen. Es ist manchmal sehr lustig, dass wir uns eher darüber „kabbeln“, wer dem anderen was Gutes tun darf:-). Ich stelle mir oft die Frage, ist das jetzt meins oder deins, das hilft mir, auch mal Verantwortung abzugeben und dem anderen „die Grösse zu geben“, seine Sachen selbst zu tun. Herzlichste Sonnengrüsse und bis morgen, Andrea

  5. Hahahahaaaaa, nun muss ich ja doch lachen. Das ist Elba und nicht die A7.
    ok, aus solche eine Idee muss man erstmal kommen, grins.
    Es ist eigenartig, dass beim Autofahren oft durch Kleinigkeiten die Stimmung umkippen kann. Das ist wahr.
    Zum Glück gibt es aber Möglichkeiten, das wieder umzukehren.
    Liebe Grüße

  6. liebste andrea
    nun komm ich endlich wieder zum stöbern bei dir und was ich da gerade lese, läßt gerade auch mich etwas blinzeln denn mein aktueller blogbeitrag erzählt auch eine kleine geschichte, in der es u.a auch um eigenliebe und selbstvergebung geht.
    ich hab sehr lange gebraucht, das zu verstehen. jetzt seh ich mit so großer dankbarkeit auf das, was ich nun in mir schon erreichen konnte, auch durch liebevolle begegnungen, egal nun wo und auf welche weise.
    „selbstvergebung“ da bin ich noch dran und es tut oft noch sehr weh, mir gebau das zu sagen. denn vergebung hat auch mit liebe und verantwortung zu tun, die ich manchmal noch nicht ganz be-greifen kann.
    ein wunderschöner text, liebste andrea
    danke, dass ich ihn gerade JETZT lesen durfte
    von herzen
    babsi

    • Liebste Babsi, das ist ja schön mit unserer Verbindung und dem ähnlichen Thema! Und dass Du wieder bei mir gestöbert hast, sowieso:-) Ich bin mit mir selber am strengsten und das wird sich grundsätzlich auch nicht mehr ändern; allerdings kann ich auch immer öfter 5 grade sein lassen… Von Herzen zurück zu Dir die liebsten Grüsse Andrea

  7. Werner

    Ich las in denletzten Tagen ein Buch, das ich nur empfehlen kann:
    Eva Mozes Kor „ich habe den Todesengel überlebt“
    Und dabei erinnerte ich mich, an das obige Zitat zumThema Vergebung.

    Hier was Eva Mozes Kor über ihre Vergebung für einen KZ-Arzt schreibt:

    „Zehn Monate lang grübelte ich über diese Frage nach. Tausenderlei Ideen gingen mir durch den Kopf, bis ich schließlich dachte: Was ist mit einem schlichten Vergebungsschreiben an ihn? Eines, in dem ich ihm alles vergebe, was er gtan hat? Ich wusste sofort, er würde es schätzen, doch was ich dann entdeckte, als ich die Entscheidung gefällt hatte, war dies: Vergebung dient nicht so sehr dem Täter als vielmehr dem Opfer. Es lag in meiner Macht, zu vergeben. Niemand konnte mir diese Macht verleihen, niemand konnte sie mir nehmen. Eben dies erzeugte in mir ein Gefühl der Stärke. Es gab mir ein gutes Gefühl. Entscheidungsgewalt über mein Leben als Überlebende zu haben.

    Ich sehe Vergebung als Gipfel eines sehr hohen Bergs. Die eine Seite ist dunkel, trostlos, nass und sehr schwierig zu besteigen. Aber die, die sich abmühen und den Gipfel erreichen, können die Schönheit auf der anderen Seite des Bergs sehen, die von Blumen, weißen Tauben, Schmetterlingen und Sonnenschein erfüllt ist. Wenn wir auf dem Gipfel stehen, können wir beide Seiten des Bergs sehen. Wie viele Menschen würden wohl lieber auf die düstere Seite zurückkehren, anstatt auf der sonnigen, blumenbedeckten Seite umherzuwandern?“

    Ein erschütterndes und doch am Ende hoffnungsvolles Buch über ihr Leben und Überleben in Auschwitz.

    Werner

  8. Lieber Werner, lieben Dank für diesen wertvollen Buchtipp. „Vergebung dient nicht so sehr dem Täter als vielmehr dem Opfer.“ das ist der Satz, den ich jetzt spontan schon mitnehme und der fühlt sich gut an… und wenn wir mal nicht nur von „Täter und Opfer“ sprechen, sondern von dem, der verletzt hat und dem, der verletzt wurde, dann ist dieser Satz für das Tägliche immer wieder einsetzbar….Liebe Grüsse Andrea

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s