Feedback

In meiner Funktion als Business-Coach gebe ich täglich Feedback. Was IST eigentlich Feedback und wie gibt man es wertschätzend und konstruktiv?

Bei Wikipedia finde ich dazu folgendes, was meiner eigenen Erfahrung und Meinung entspricht:

„Feedback ist eine Rückmeldung an eine Person über deren Verhalten und wie dieses von anderen wahrgenommen, verstanden und erlebt wird[…] Feedback ist in beruflichen und privaten Beziehungen ein wirksames Instrument zur Verbesserung der Kommunikation und zur Vermeidung von (kontraproduktiven) Konfrontationen.

So könnten Sätze für ein wertschätzendes Feedback beginnen:

  1. ich habe beobachtet… / mir ist aufgefallen…
  2. ich habe dabei gedacht/gefühlt…
  3. meine Reaktion war…
  4. ich würde mir wünschen… (Verbesserungsvorschläge anbringen)

Damit ein Feedback für den Empfänger wertvoll ist, sind folgende Regeln sinnvoll:

– Ein Feedback soll vom Empfänger gewünscht werden. Er soll etwas über sich lernen wollen.

– Der Feedbackgeber soll beschreiben was er sieht oder hört, also beobachtbares Verhalten. (nicht bewerten, interpretieren, Motive suchen)

– Der Geber soll konkret und präzise die Situationen beschreiben, die er wahrgenommen hat. Dabei Ich-Botschaften verwenden

– Wahrnehmungen als Wahrnehmungen, Vermutungen als Vermutungen, Gefühle als Gefühle, Wünsche als Wünsche, Meinungen als Meinungen – offen und ehrlich – formulieren („Du hast auf mich gewirkt…“)

Lösungsmöglichkeiten anbieten, dabei Handlungsalternativen als Ich-Botschaften formulieren („Für mich wäre es hilfreich gewesen, wenn…“)

Ziel ist, dass der Empfänger etwas über sich erfährt, etwas das ihm bei seiner Entwicklung hilft, dabei sich und sein Sein in der Welt besser zu verstehen. (Es geht nicht darum, dass der Geber etwas „erreicht“).

Feedback ist ein „Geschenk“ des Gebers an den Empfänger. Für den Empfänger hat sich folgende Haltung und Verhalten bewährt:

  • dankbar und lernbereit zuhören
    sich nicht rechtfertigen, verteidigen oder den Geber abwerten oder angreifen
  • aktiv Zuhören. Verständnisfragen sind erlaubt („Was genau meinst Du mit … ?“)
  • sich für das Feedback bei den Gebern bedanken

Nach dem Feedback soll der Empfänger das Gehörte auf sich wirken lassen. Um später für sich zu entscheiden, ob und was er von dem Gesagten annehmen und umsetzen will und was nicht (Selbstverantwortung des Empfängers).“

Niemand ist auf der Welt, um so zu sein, wie andere ihn gerne hätten…

Bildquelle

hier noch ein Link zu meinem Artikel „Feedbackmenschen„.

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22 Kommentare

Eingeordnet unter Blickwinkel, Coaching, Gedankenkarussell, Kommunikation, Leben, NLP, Veränderung, Wahrnehmung, Werte, Ziele

22 Antworten zu “Feedback

  1. Werner

    Ich will mal was zu dem letzten Satz sagen bzw. fragen:

    „Niemand ist auf der Welt, um so zu sein, wie andere ihn gerne hätten…“

    Aber was ist mit den Leuten, die so sind, wie ich sie gerne hätte?
    Soll ich denen ein Feedback geben indem ich ihnen sage, dass sie nicht dazu auf der Welt sind, so zu sein????
    🙂 🙂 🙂

    Dankbare Grüße für die „feedback-Lektion“
    (So manches davon versuche ich ja bisher schon zu berücksichtigen, aber verbessern kann ich mich da sicher noch.)
    Werner

    • Lieber Werner, wenn Du so viele Leute hast, die so sind, wie Du sie gerne hättest – dann bist Du ein glücklicher Mensch:-) Und Du hast sicher verstanden, dass diese Menschen so sein DÜRFEN, es aber nicht Ihre Pflicht ist, so zu sein… Da ich gerade zur Zeit sehr viel Feedback gebe, erinnere ich mich selber auch immer wieder gern an die Haltung und Einstellung, die aus dieser „Definition“ herausspricht… Es kommt meinem Naturell auch sehr entgegen, da ich sowieso nicht anderen Menschen negatives einfach so „vor die Füsse werfen“ kann… Aber Loben tu ich gern und das auch sehr gern sehr direkt 🙂 Lebe Grüsse Andrea

  2. Das erinnert mich an meine Ausbildung, die ich im Juni abgeschlossen habe, das “ richtige “ Feedback- Geben haben wir dort auch gelernt.
    Liebe Grüße ins Wochenende von:
    Beate

    • Liebe Beate, ja das hab ich in meinen Ausbildungen auch gelernt; wir haben uns gegenseitig immer Feedback gegeben, jetzt noch ein Wochenende im November und es ist komplett… Liebe Grüsse zu Dir, Andrea

  3. Ulf Runge

    Liebe Andrea,

    das ist eine schöne Darstellung zum Thema Feedback.
    Mir fällt dazu noch ein, dass es bisweilen Überwindung kostet, in einer Gruppe Feedback zu empfangen oder zu geben. Dann kann man auch vereinbaren, dass das Feedback bilateral gegeben wird.

    Liebe Grüße,
    Ulf

    • Werner

      Diese Erkenntnis, (dass Feedback manchmal besser bilateral gegeben werden sollte) ist eine alte biblische Weisheit:

      Matthäus 18,15
      „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.“

      Werner

    • Lieber Ulf, ja das ist in Gruppen auch sehr gut… Ich habe eine sehr „gute“ Feedbackgruppe in meiner Ausbildung und da lernen wir voneinander sehr viel – nicht nur über Feedback geben:-) Danke für Deine Ergänzung, liebe Grüsse Andrea

  4. „(Selbstverantwortung des Empfängers).“
    Niemand ist auf der Welt, um so zu sein, wie andere ihn gerne hätten…“

    Hierzu kann ich nur Absatz_übergreifend antworten. Denn genau diese beiden Passagen gehören für mich zwingend zusammen. Wenn man etwas „nur für andere“ tut, bleibt der Erfolg oftmals versagt. Nimmt man aber die Wirkung des eigenen Verhaltens auf andere Menschen wahr und wertet sie für sich möglichst objektiv, kann das sehr „nahrhaft“ sein. Insofern sehe ich die Selbstverantwortung des Empfängers als unabdingbar dafür, so zu sein, wie er sich in der von ihm gewählten Gesellschaft am wohlsten fühlen kann. Und dazu gehört es nun einmal, sachliche und konstruktive Kritik zu hören, zu werten und zu verstehen. Deshalb muss man ja noch nicht zum „Jojo“ werden.

    Wieder ein sehr interessanter Beitrag, liebe Andrea!

    • Liebe Skriptum, da stimme ich Dir zu, wenn man etwas „nur“ für andere tut, wird das irgendwann ungut – für alle Beteiligten, es entsteht ein totales Ungleichgewicht… Die Selbstverantwortung eines jeden Einzelnen empfinde ich auch als einen Kernpunkt und das nicht nur bei Feedback… Schön, dass du es interessant findest… Liebe Grüsse Andrea

  5. liebste andrea
    auch, wenn ich im mom nicht mehr sooft vorbeischaue, dafür gibts nun etwas gebabsische ladung (für wörterbuchsucher:geballte ladung)

    ich finde feddback auch unheimlich wichtig, nicht nur, um den anderen wertzuschätzen oder auch konstruktive kritik entgegenzubringen. mir zeigt es auch immer auf, wo meine selbstwahrnehmung und fremdwahrnehmung zusammenkommen oder auseinandergehen. mein schatz und ich geben uns viel feedback, wie wir uns wahrnehmen…und ich lerne sehr viel dabei, einen besseren spiegel gibt es wohl nicht *lach*

    achja: ich habe beobachtet und erkannt, dass du mich dazu gebracht hast, mit einem lächeln diesen blog zu verlassen :))))

    liebste lächelnde grüße von babsi

    • Liebste Babsi, ich freu mich immer, wenn Du vorbeischaust, ob oft oder selten, ob gebabsit oder geballt:-) Der Punkt von Selbst-und Fremdwahrnehmung ist auch für mich sehr wichtig, danke für die Ergänzung, und ich habe schon Dinge „über mich“ gehört, die ich erst Monate später selbst sehen und fühlen konnte… (in diesem Fall meine ich sehr positive Feedbacks). Und ich habe beobachtet, dass mich Deine Beobachtung zum zurücklächeln gebracht hat…:-) allerliebste Spiegelgrüsse Andrea

  6. Liebste Andrea,

    ja, auch bei mir werden Erinnerungen wach 🙂 und ich gebe heute genauso Feedback, auch wenn ich es bei früheren Arbeitgebern vermisst habe. So kann ich es nun besser machen, ichhabe daraus gelernt 😉

    Allerliebste Sonnengrüße zu dir,
    Elisabeth

    • Liebste Elisabeth, und ich habe festgestellt, dass ich schon die letzten Jahr auf diese Art Feedback gegeben habe… jetzt tu ich es bewusster und natürlich noch ein wenig konkreter, vor allem nehme ich jetzt nochmal ganz anders wahr… Allerliebste Regengrüsse zu Dir, Andrea

  7. Hase

    Liebste Andrea,
    vielen Dank für diesen Beitrag über Feedback, der sehr interessant ist.
    Ich bin dafür auch sehr offen. Man lernt doch nur daraus. Und sieht sich aus einem anderen Blickwinkel noch einmal selbst.
    liebe Grüße
    Erika 🙂

    • Liebste Erika, das sind schöne Gedanken zum Thema, herzlichen Dank. Nachdem ich für mein letztes Feedback, bei dem ich mir auch ganz besonders Mühe gegeben habe, von meinem Klienten ein schriftliches „dankeschön und ich freu mich aufs nächste Mal“ bekommen habe (und der ist sehr anspruchsvoll) , weiss ich, dass ich das mit dem Feedback wirklich verstanden habe… es macht mir immer mehr Freude und gelingt deshalb natürlich auch immer besser… Alles Liebe für Dich, Andrea

  8. Liebe Andrea,

    eine sehr schöne Beschreibung. Mir persönlich gefallen besonders die Zeilen, dass ein Feedback ein Geschenk des Gebers an den Empfänger ist und die folgenden Zeilen, wie man mit einem Feedback positiv umgehen kann.

    Eine Kleinigkeit mit großer Wirkung, wie ich finde, vermisse ich persönlich in dem Artikel.
    Ich war mal auf einem Seminar in der Vertriebsbranche, da ging es um das Thema Feedback. Als wir das sozusagen „geprobt“ haben, war unsere Aufgabe ZUERST ein paar (die Anzahl war festgelegt) positive Dinge zu nennen, bevor wir das ansprachen, was verbesserungswürdig war. Auf diese Weise ist der Feedbackempfänger für die Kritik aufnahmefähiger.
    Das hat mir damals sehr gefallen, denn so weiß der Empfänger nebenbei auch auch noch, was er tatsächlich gut gemacht hat.

    Liebe Grüße
    von Martina, die ENDLICH in den Bergen war 😉

    • Liebe Martina, schön dass Du es noch hinzufügst, das ist für mich schon so selbstverständlich, dass ich es gar nicht extra aufgeschrieben habe… So kenne ich das auch, erst Dinge ansprechen, die jemand schon gut macht und bloss nicht mit einem „aber “ weitermachen, sonst ist das schöne Lob dahin…:-). Das ist für Geber UND Empfänger sehr gut, der Empfänger weiss, was er gut macht und der Geber konzentriert sich nicht nur auf das Negative, sondern auch auf das Positive… Liebe Grüsse zu Dir, die endlich in den Bergen war:-) Andrea

      • Werner

        Oh ja,
        dieses ABER wegzulassen, das wird zu oft vergessen.
        Ich bemühe mich darum schon lange, aber (*) manchmal vergesse ichs trotzdem.

        (*) Schon wieder ein aber….. Aber in diesem Zusammenhang ists ja ok 🙂

        aberwitzige Grüße

        Werner

  9. Lieber Werner, manchmal ist ein ABER eben auch angebracht:-). Ich versuche auch, es zu vermeiden; eine gute Art, „abers“ verschwinden zu lassen ist, zu überprüfen, ob der Satz mit einem „und“ Sinn macht… In Deinem Fall: „Ich bemühe mich schon lange drum, UND manchmal vergesse ich es trotzdem.“ Dann ist es kein Einwand oder ein wieder Wegnehmen des Vorhergesagten. Wenn es keinen Sinn macht, dann ist eher die Aussage inhaltlich zu überprüfen, meine ich überhaupt das, was ich zuerst gesagt habe? Das sind meine spontanten Aber-Gedanken… und ich habe mal grad hier: http://andrea2007.wordpress.com/2007/11/29/ja-ja-und-ja-aber/ nachgeschaut, da hatte ich schon dieselbe Ansicht:-) Liebe Grüsse Andrea

    • Werner

      hm, irgendwie hast du ja recht, nicht so viele ABERS.
      Ich bin deinem Beispiel gefolgt und habe mal nachgeschaut, was ich vor Jahren dazu schrieb:

      Erkanntes
      Alles hat seinen Preis –
      ABER: nicht alles ist käuflich.
      Nicht alles ist machbar –
      ABER: mach das, was du kannst.
      Durch Fehler wird man klug –
      ABER: das kann kein Grund sein, noch mehr Fehler zu machen.
      Man kann sich den ganzen Tag ärgern –
      ABER: man muss es nicht.
      Es gibt echte Freundschaft –
      ABER: vertraue nicht jedem.

      Es gibt immer ein ABER –
      ABER: manchmal sollte man dieses ABER vergessen.

      W.B.

  10. Pingback: Bahnfahren | Wie es Euch gefällt

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