Die Rosen-Methode – Zweiter Teil

Die Rosen-Methode (, von der ich hier bereits schrieb,) ist weder Psychotherapie noch Physiotherapie, obwohl Menschen dadurch körperlich wie seelisch gesunden können. Die Rosen-Methode wendet sich an etwas anderes im Menschen. Praktizierende haben ein Ziel im Auge, die Klienten sollen eine neue Dimension in ihrem Leben erreichen und entwickeln. Als ich mit der Arbeit begann, war ich ganz aufgeregt, wenn Klienten ihre Traurigkeit spürten. Dann kamen andere Menschen zu mir und sie fanden ihr Lachen und ihre Freude. Deshalb ist es mein Bestreben, Klienten zu helfen, Zugang zu genau den Gefühlen zu finden, die sie unterdrückt haben. Und die unterscheiden sich von Mensch zu Mensch.

Die Rosen-Methode ist ein Weg, Gefühle und Erfahrungen über den Körper zu spüren. Der Körper lügt nicht. Durch die Atmung und die Muskulatur zeigt der Körper die Wahrheit unserer Gefühle. Durch Muskelverspannungen unterdrückt der Körper Gefühle und Eindrücke, die wir zum Zeitpunkt ihren Entstehens nicht verarbeiten konnten. Auf diese Weise vergessen wir oft, was wirklich passiert ist. Aber die Gefühle und Erfahrungen bleiben in uns, lagern im Körper – und es kostet uns viel Kraft, sie im Unbewussten zu lassen. Die Muskelverspannungen behindern auch den freien Atemfluss im Körper. […]

Die Rosen-Methode trägt zum inneren Wachstum eines Menschen bei – und das scheint ihre wichtigste Funktion zu sein.  Das innere Wachstum hat entscheidenden Einfluss auf die Klienten – körperlich, emotional und geistig. Wir wenden uns genau an jenen Teil, der uns am Wachstum hindert, an die Barrieren.  Sind die Barrieren beiseitegeräumt, dann kommt das Wachstum als direkte Konsequenz, ganz ohne Hilfe von aussen oder Anstrengung.  Menschen können sich entspannen. Als Folge davon erreichen sie grössere Beweglichkeit, sie verlieren ihre Schmerzen, alle Organe arbeiten zuverlässiger und die Atmung verbessert sich. Das führt zu einem ganz anderen Ausdruck in ihrem Gesicht und zu einer völlig anderen Haltung.

Dem Klienten wird bewusst, wie gross ihr eigener Anteil ist an den Einschränkungen, die ihr Leben behindern. Damit kommen sie an einen Punkt, von dem aus sie ihre Handlungen verändern können. Wenn die Barrieren gefallen sind, können die Menschen sich öffnen und zeigen, was in ihnen steckt: Liebesfähigkeit, Kreativität, Denkvermögen. Sie können allen diesen Eigenschaften erlauben, Teil ihres Lebens zu werden. Der Prozess des Versteckens wird umgekehrt. Statt alle Energie darauf zu verwenden, das zu unterdrücken, was sie sind, können sie sich jetzt erlauben, gerade das hervorkommen und sichtbar werden zu lasssen. So wird ihnen der Reichtum des Seins deutlich.[…]

Die Menschen hatten während einer Sitzung eine Menge emotionaler Erlebnisse. Es war notwendig für die Veränderung, denn erst wenn die Menschen mit ihren Gefühlen in Kontakt kommen, kann sich ihr Leben wandeln. […] Ich verstand jetzt, dass das Entdecken des eigenen Selbst nicht reicht. Die Klienten müssen handeln, sie müssen einen Beitrag leisten, als die Menschen, als die sie sich entdeckt haben. Es reicht nicht, herauszufinden, dass wir lieben können, es geht auch darum, zu lieben. Es reicht nicht, herauszufinden, dass wir das Zeug zum Künstler haben, wir müssen dieser Kunst auch Ausdruck verleihen. Wenn wir mütterlich oder väterliche Gefühle entdecken, dann müssen wir sie in unseren Beziehungen zu anderen ausleben. Wenn das geschieht, scheint das Leben vollkommen zu sein.

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13 Kommentare

Eingeordnet unter Leben

13 Antworten zu “Die Rosen-Methode – Zweiter Teil

  1. Werner

    Liebe Andrea,
    Wenn ich das so lese, die beiden Beiträge udn auch die Kommentare und deine Antworten dazu, fallen mir Dinge ein, die längst vorbei sind, die aber im Grunde ganz ähnliche Auswirkungen hatten wie diese Rosen-Therapie.
    Es ist Jahre her – nein eigentlich kann ich inzwischen schon sagen Jahrzehnte.
    Ich machte eine Fortbildung mit, bei der auch einige Körperübungen eine Rolle spielten und auch mit Berührungen gearbeitet wurde – wenn auch sicher anders als bei der Rosen-Methode.
    Aber einer der Erfolge dieser Fortbildungswoche war, dass ich danach – so seltsam mir das damals auch vorkam – viel besser als vorher schwimmen konnte. (Obwohl Wasser in dieser Woche gar keine Rolle spielte!)
    Ich bin zwar nie ein guter Schwimmer geworden, aber danach schwamm ich auch schon mal mitten durch das Becken und nicht nur immer am Rand entlang.
    Ich bin heute sicher, dass da einfach Ängste gelockert wurden, Verspannungen in mir gelöst waren und Selbstvertrauen gestärkt war. und das ist es ja wohl auch was die Rosenmethode anstrebt.
    ——
    MANCHMAL

    Manchmal denke ich
    es wäre alles
    schon tausendmal gesagt.
    aber nicht von mir
    und wenn von mir
    dann halt nicht dir

    und außerdem
    tausendmal ist zu wenig
    drum sag ichs noch mal:

    Trau dir was zu
    und freu dich am Leben!

    W.B.

    • Lieber Werner, das ist ja eine ganz wunderbare Geschichte aus Deinem Leben… danke Dir dafür. Ich bin mir auch sicher, das genau das passiert ist, was Du da vermutest und gespürt hast und ich glaube auch, dass die Rosen-Methode genau das anstrebt. Ich habe es der lieben Babsi schon einmal geschrieben: Es gibt vielleicht viele Menschen, die dasgleiche machen wie Du, aber niemand macht es mit DEINER Energie… soviel zu Deinem schönen Gedicht… Liebe Grüsse Andrea

  2. Liebste Andrea,
    was für ein tolles Post! Aus Deinem Herzen. Danke, das kommt heute gerade sehr gut, nach all den Tagen im Krankenhaus mit meiner Mutter.
    Liebste Sonnengrüße von Dori

    • Liebste Dori, ja es kommt von Herzen, sowie die gute Energie aus dem Buch in mein Herz geflossen ist… Und davon schick ich Dir ganz viel!!! Allerliebste KraftundEnergieGrüsse Andrea

  3. Hase

    Liebste Andrea,
    danke für den zweiten Teil . Mich hat das so angesprochen, dass ich mir mal wieder einen Shiatsu-Termin bei meiner Qi-Gong Lehrerin geben hab lassen. Das berührt auch die Seele und den Körper und die Energie kommt zum Fließen. Eine Rosen-TherapieTherapeutin finde ich so auf die Schnelle doch nicht.
    liebe Grüße
    Erika

    • Hase

      „Shen Do Shiatsu… ein Handwerk, das von Herzen kommt und in der mitfühlenden Berührung seinen Ausdruck findet“
      Lebensfreude und Gesundheit ereignen sich immer dann, wenn Körper, Seele und Geist in Einklang sind…..
      (eine kleine Erklärung….)

    • Ach, das ist ja toll, liebste Erika, das ich Dich dazu motivieren konnte… Ich bin erst wieder Mitte November bei meiner Therapeutin, ich freu mich aber jetzt schon drauf:-) Ich wünsche Dir viel Freude bei Deinem Shiatsu! Von Herzen, Andrea
      p.s. Es gibt ein Rosen-Methode-Körperarbeit Zentrum in Bühl/Baden, Hompage unter http://www.rosenmethode.de, die wissen vielleicht wo welche Therapeuten arbeiten…

  4. Liebste Andrea,

    das ist wunderschön, was sich da tut, und was der Klient tut, indem er Verantwortung für sich und sein Tun übernimmt ~ mich erinnert diese Methode auch an vieles, was ich bereits kennenlernen durfte, es heißt nur so oder anders. Das Wichtigste ist jedoch bei allen Methoden, dass der Mensch ins Tun kommt und damit etwas selbst verändern kann.

    Übernächstes Wochenende habe ich ein intensives Aufstellungs-Wochenende wieder… und Shiatsu löst auch sehr viel ~ UND tut uns gut *lach*

    Allerliebste Abendgrüße zu dir,
    Elisabeth

    • Ja, liebste Elisabeth, da haben wir beide auf dem Wege unserer Ausbildungen, unserer Jobs, unserer eigenen Erfahrungen schon viele Methoden kennengelernt…:-) Und die wirksamsten sind für mich auch die, die dem Menschen Hilfe zur Selbsthilfe geben, die ihn in Eigenbestimmung und Eigenverantwortung bringen… Ich bin gespannt, was Du von Deinem Wochenende erzählst, leitest Du die Aufstellung oder nimmst Du teil? Allerliebste Herbstsonnengrüsse Andrea

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