Monatsarchiv: Dezember 2011

Flocken

Ein Schneeflockerich
verliebte sich
in eine Schneeflocke
aus der Nachtbarwolke.

Sie lachte viel und
trug ein bezauberndes
weisses Röckchen.
Als sie auf die Erde
fallen sollten,
hatte er Angst,
der Wind könnte sie
voneinander fort wehen.

Er bat einen Engel um Hilfe.
Dieser versteckte beide
im Kragen des Weihnachtsmanns.

Als der am Heiligabend
von einer Menschenfamilie
eingeladen wurde,
schüttelte er seinen Mantel aus
und die Flocken fielen
auf einen zugefrorenen Gartenteich.

Dort lagen sie weich bis der Frühling kam.
Da wurden sie zu Wassertropfen
und wohnten unter einer Seerose.

Patricia Koelle
(aus dem Literatur-Adventskalender, 24 Geschichten für Verliebte)

Bildquelle

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr, ich werde mit meinem Schneeflockerich und 2 Schneeflöckchen in den Schnee fahren, bis nächstes Jahr:-)

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Eingeordnet unter Gedankenkarussell, Humor, Leben, Lieben

Bücher besiegeln

„Bücher legen einem, wie Sie sicher wissen, selten bestimmte Handlungen nahe. Bücher bestätigen einen im Allgemeinen nur in dem, was man – vielleicht unbewusst- bereits zu tun beschlossen hat. Man wendet sich an ein Buch, um seine Überzeugungen bestärkt zu finden. Ein Buch besiegelt sozusagen.“

Und das sagt keine geringere als die Queen persönlich in dem amüsanten, intelligenten, augenzwinkernden, liebevoll ironischen, bücherliebenden Buch „Die souveräne Leserin“ des Engländers Alan Bennett, der Theaterstücke und Bücher schreibt, wenn er nicht gerade sein (Haus-)Schwein spazieren führt…

Nicht der einzige Blickwinkel auf Bücher, jedoch ein sehr schöner…

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Eingeordnet unter Blickwinkel, Buchtipps, Humor, Leben, Philosophieren, Werte

Fröhliche Weihnachten

Wofür sind Tage gut?

In Tagen leben wir.

Sie kommen, wecken uns,

immer von neuem.

Sie sind zum Glücklichsein:

Wo können wir sonst leben als in Tagen?

Philip Larkin, Tage

Ich wünsche Euch allen von Herzen ein fröhliches Weihnachtsfest voller besinnlichen heiteren und friedvollen Stunden!

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Eingeordnet unter Leben

Gähnen ist …

…nicht nur ansteckend, sondern scheinbar auch sehr gesund. Ich  habe einen interessanten Artikel bei meiner Osteopathin gefunden, aus dem ich zitiere:

„Gähnen ist eines der besten Dinge, die Sie für
Ihr Gehirn tun können! – von Andrew Newberg

Auf geht`s: lachen Sie, wenn sie möchten (dabei werden sie Ihr Gehirn mehr unterstützen als beim lächeln), aber meine professionelle Meinung ist, dass gähnen eines der best behüteten Geheimnisse der Neurowissenschaften ist. Selbst meine Kollegen, die über Meditation, Entspannung und Stressreduktion an anderen Universitäten forschen, haben dieses kraftvolle, neuronal leistungssteigernde Werkzeug/Instrument bisher nicht erkannt. Wie auch immer, gähnen wird seit vielen Jahrzehnten bei Sprachtherapien als effektives Hilfsmittel zur Reduktion von Leistungsangst und Hypertonus im Rachenbereich eingesetzt.

Mehrere neue Studien mit Hilfe von Hirnszintigraphien haben gezeigt, dass gähnen eine eindeutige neuronale Aktivität in den Bereichen des Gehirns, welche direkt bei der Entstehung von sozialem Bewusstsein und der Bildung von Gefühlen der Empathie beteiligt sind, erzeugt. Eines dieser Bereiche ist der Precuneus.

In Übereinstimmung mit Forschern am Institut für Neurologie in London, sind wir ebenso der Meinung, dass der Precuneus eine zentrale Rolle für das Bewusstsein, die Selbstreflexion und die Gedächtniserinnerung spielt. Der Precuneus wird auch durch Yoga-Atmung stimuliert, was auch erklären hilft, warum unterschiedliche Formen der Meditation eine verstärkte Sensibilität für dieSelbstwahrnehmung bewirken.
Er ist auch eine der am stärksten betroffenen Regionen bei altersbedingten Erkrankungen und bei Aufmersamkeitsdefizit-Syndromen und es ist daher tatsächlich möglich, durch willentliches gähnen diesen wichtigen Teil des Gehirns zu unterstützen.

Aus diesen Gründen glaube ich, dass gähnen bei Körperübungen, Stressreduzierungsprogrammen, Wahrnehmungstraining, Gedächtnistraining, Psychotherapie und kompletativen, spirituellen Praktiken integrieret sein sollten. Und weil der Precuneus vor kurzem auch mit dem Spiegelneuronen-System in Verbindung gebracht wurde (das System, das uns dazu befähigt Gefühle und Verhalten anderer zu erkennen und mitzuschwingen) kann gähnen uns sogar unsere soziale Wahrnehmung, Mitgefühl und eine erfolgreiche Kommunikation mit anderen verbessern.

Warum bin ich so beharrlich mit meiner Erklärung? Wenn ich sie bitten würde diesen Artikel zur Seite zu legen und diese fabelhafte Übung, 10mal hintereinander zu gähnen, jetzt aus zu probieren, würden sie es wahrscheinlich nicht machen.
Selbst bei Seminaren, bei denen ich die überwältigend positiven Beweise des Gähnens vorlege, zögern die Hälfte der Teilnehmer wenn ich sie frage, ob sie mitgähnen möchten. Wenn ich sie überreden kann, fühlen sie den sofortigen Entspannungseffekt.

Tatsächlich tritt gähnen verstärkt bei Müdigkeit auf und es kann sein, dass das Gehirn uns auf behutsame Weise mitteilen möchte, das ein kleiner Erholungsschlaf notwendig ist. Andererseits lässt uns Beleuchtung ebenso gähnen, was nahe legt, das es ein Teil des Aufwachprozesses ist.

Aber gähnen bringt sie nicht nur schnell in einen Entspannungszustand sondern auch in einen Zustand der erhöhten Selbstwahrnehmung. Studenten gähnen im Unterricht nicht weil der Lehrer langweilig ist, sondern Gähnen „säubert“ das Gehirn von Schläfrigkeit und hilft auf diese Weise, bei wichtigen Themen aufmerksam bleiben zu können. Es reguliert das Bewusstsein und unsere Selbstwahrnehmung und hilft uns, stärker introspektiv und selbst wahrnehmend zu werden.

Gähnen entspannt Sie und bringt Sie schneller als andere Meditationstechniken die ich kenne, in einen Zustand der Wachheit. Und weil es neurologisch „ansteckend“ ist, ist es besonders leicht, es in Gruppen zu unterrichten. Eine meiner ehemaligen Studentinnen benutzte das Gähnen in weniger als 1 Minute um ihre streitsüchtigen Manager bei einem Seminar wieder friedlich zu stimmen. Warum? – weil gähnen Menschen hilft, ihr Verhalten mit anderen Menschen zuharmonisieren.

Die meisten Landsäugetiere gähnen, aber „ansteckend“ ist es nur zwischen Menschen, großen Menschenaffen, Makakeaffen und Schimpansen. Tatsächlich ist gähnen für Menschen so „ansteckend“, dass es sogar beim Lesen darüber eine Person dazu veranlassen kann. Hunde gähnen vor Angriffen, Olympia-Athleten gähnen vor ihrem Wettkampf und Fische gähnen bevor sie ihre Aktivitäten ändern. Wenn Sie eine optimale Gehirngesundheit erhalten möchten, ist es erforderlich zu gähnen. Diese Neurotransmitter regulieren unser Wohlbefinden, Sinnesfreudigkeit und das Beziehungsverhältnis zwischen Individuen. Wenn Sie also Vertrautheit fördern wollen, gähnen sie zusammen! 

In der Tat ist es äußerst schwierig andere Aktivitäten zu finden, die diese positiven Einflüsse auf die Funktionen des Gehirns haben. Meine Empfehlung ist einfach – gähnen sie täglich so oft wie möglich:

– wenn Sie aufwachen,
– wenn Sie mit einem schwierigen Problem bei der Arbeit konfrontiert sind,
– wenn Sie sich auf das Schlafen vorbereiten,
– wenn Sie sich ängstlich, zornig oder gestresst fühlen,
– gähnen sie vor einem wichtigen Gespräch,
– vor einer Prüfung,
– während sie meditieren oder predigen, weil es Ihre spirituelle Erfahrung
intensivieren wird.

Willentliches gähnen benötigt einfach nur ein bisschen Übung. Alles was Sie tun müssen, um ein intensives gähnen zu provozieren ist, es 6 oder 7 mal zu imitieren. Versuchen Sie es gleich und Sie werden beim 5. imitierten gähnen feststellen, dass sich ein echtes Gähnen entwickelt. Aber enden Sie hier nicht, denn beim 10. oder 11. gähnen werden Sie die Kraft des kleinen verlockenden Tricks spüren. Ihre Augen können zu tränen beginnen und Ihre Nase beginnt zu laufen, aber Sie werden sich auch als absolut präsent, unglaublich entspannt und sehr wach fühlen. Nicht schlecht für etwas, dass man in weniger als 1 Minute tun kann.“

NEWBERG, Andrew & WALDMAN, Robert
How God changes your brain
Ballantine Books, New York 2009

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Eingeordnet unter Blickwinkel, Coaching, Gedankenkarussell, Kommunikation, Leben, Motivation, Veränderung, Wahrnehmung

Jetzt oder nie

Gestern Abend kam es im Radio  und ich habe es angesichts Eurokrise, Schuldenbergen, Rettungsschirmen, Klimaabkommen, Parteikrisen usw. einmal etwas „anders“ gehört als sonst, als kleinen Mutmacher, als  „Aufsteller“, wie der Schweizer sagt:-)

Die Zeiten sind schlecht – so sagt man
geschieht uns nur recht – so sagt man
die Miesmacher führen wiedermal – die Regie
Ich kann sie nicht teilen
diese Philosophie
Wir leben doch jetzt – jetzt oder nie
A dab’n dui

D’rum lass uns die Sonne fangen
dem Glück in die Bluse langen
Lass sie zur Hölle fahr’n – die Melancholie
Vor uns, da liegt so viel Zukunft
Erobern wir sie! – Oh
Packen wir’s an – jetzt oder nie

Wir müssen das Fliegen wagen
dann wird uns der Mut auch tragen
Und wenn vor uns Wolken sind – vertreiben wir sie
Und wenn mal was schiefgeht
na dann, c’est la vie
Wir leben doch jetzt – jetzt oder nie
A dab’n dui

Die Erde, sie bleibt nicht stehen
Solang‘ wir sie weiterdrehen
Solang‘ wir Gefühle zeigen und – Phantasie
Wir haben die Kraft der Liebe
Komm, nutzen wir sie – oh
Packen wir’s an – jetzt oder nie

Gemeinsam, da sind wir einfach – unsagbar groß
Gemeinsam sind wir unschlagbar – legen wir los
Und nun gib mir deine Hände
Verführe mich ohne Ende
Lass uns in Lust vergeh’n, statt in – Lethargie
Bis unser Spiel vorbei ist
Rien ne va plus – oh
D’rum packen wir’s an
komm, legen wir los
Es ist an der Zeit – jetzt oder nie

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Happy New Year …

… noch zu früh? Mag sein, aber nicht zu früh für einen wunderbaren, humorvollen, herzlichen Film gleichen Namens. Ein Staraufgebot, das sich sehen lassen kann und trotz der vielen Stars, sticht keiner den anderen aus; jeder hat seine Geschichte, jeder hat seine „Zeit“. Ich hätte ihn am liebsten gleich nochmal gesehen… Worum es hier überhaupt geht?

„Es ist der letzte Tag des Jahres. Und es soll die berauschendste Nacht des Jahres werden. 20 Liebesgeschichten verflechten sich vor dem Panorama der pulsierenden Metropole New York City. Diesen einen Abend erlebt jeder auf seine ganz eigene Art. Während die einsamen Herzen unter ihnen nach der großen Liebe suchen, schmieden die anderen Zukunftspläne, trennen sich oder geben einander eine zweite Chance. Dabei übersehen alle, dass das Ende des alten Jahres auch der Beginn eines neuen Jahres bedeutet, und damit auch gleichzeitig die Chance für einen Neuanfang bietet. Und welcher Ort wäre dazu besser geeignet als in der verheißungsvollen Millionenmetropole New York City.“

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Es geht um „Leute mit hoffnungsvoller Erwartung auf der einen, Silvester-Muffel auf der anderen Seite. Es geht um Neujahrs-Babys und die ersten guten Vorsätze fürs Neue Jahr, um zweite Chancen und unerwartete Dates in Garry Marshalls romantischer, in New York gedrehter Komödie.

Von einem Jon Bon Jovi über Jessica Biel und Zac Efron bis hin zu Hollywood-Größen vom Schlage eines Robert De Niro. Zwar trifft sich die halbe Welt zu Silvester in New York City, Regisseur Marshall aber konzentriert sich auf spezielle, letztlich jedoch ganz alltägliche Momente: Auf einen Ashton Kutcher etwa, der zwischen den Jahren im Fahrstuhl stecken bleibt, einen Jon Bon Jovi, der um eine neue Chance bittet bei Katherine Heigl, eine überfürsorgliche Mutter (Sarah Jessica Parker), eine mitfühlende Ärztin (Halle Berry), eine gestresste Hilary Swank: Sie ist zuständig für den großen Silvester-Event am Times Square. Und es geht um Til Schweiger, der sich in einem absurden Duell befindet: Wer bekommt die 25.000 Dollar fürs erste Baby 2012?

Marshalls Film ist auch eine Hommage an seine Geburtsstadt, New York. „Happy New Year“ macht nicht nur Lust auf einen beschwingten Jahreswechsel, sondern regt durchaus dazu an, sich Gedanken zu machen über die eigenen Vorsätze für 2012″.

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Eingeordnet unter Filme, Filmtipps, Gedankenkarussell, Humor, Leben, Lieben

Der Bunte Teller

Wenn Weihnachten
die Menschen schlafen,
dann geht’s im
Bunten Teller rund!
Das Zuckerwerk sind
nicht die Braven-
da hält nicht einer
seinen Mund.

Ein Stollen hatte sich verliebt
in ein paar süsse Plätzchen.
Der Punsch darüber sehr betrübt
machte dumme Mätzchen;

und dort das Schokoladenherz,
das wollt‘ den Zuckerkringel,
verzehrte sich vor Liebesschmerz-
doch der blieb lieber Single!

Am letzten Feiertag indessen
hörte man nichts mehr,
der ganze Kummer längst vergessen
denn der bunte Teller…
… der war leer.

Wolf H. Ipfling
(aus dem Literatur-Adventskalender, 24 Geschichten für Verliebte)

Bildquelle

Einen schönen 3. Advent für Euch alle!

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Eingeordnet unter Gedankenkarussell, Humor, Leben