Goethe oder Woody Allen?

Der Eine sagt:

„Ich rief im Stillen nur das Vergangene zurück, um, nach meiner Art, daran das Gegenwärtige zu prüfen und das Künftige daraus zu schliessen, oder doch wenigstens zu ahnen.“ (Goehte)

wohingegen der Andere meint:

„Ich denke viel an die Zukunft, weil das der Ort ist, wo ich den Rest meines Lebens zubringen werde.“ (Allen)

Und wer hat „recht“? Oder etwa beide? Was denkst Du?

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40 Kommentare

Eingeordnet unter Blickwinkel, Coaching, Gedankenkarussell, Kommunikation, Leben, Motivation, Philosophieren, Wahrnehmung, Werte

40 Antworten zu “Goethe oder Woody Allen?

  1. sweetminds

    Weder noch. Ich denke es ist irgendwie eine Mischung von beiden. Man lernt aus den Erfahrungen die man in der Vergangenheit gemacht hat und nutzt diese für die Zukunft. Also stimmt es schon was Goethe sagt. Dennoch plant man auch, wie die Zukunft aussehen soll. Doch wiederum spielt in der Planung die Vergangenheit und die Situtation der gegenwärtigen Zeit eine Rolle mit.
    Letztendlich denke ich, dass alle drei Zeiten allgegenwärtig sind. Man darf jedoch nicht lediglich an Vergangenem verweilen, nur in der Gegenwart leben und nur Zukunftspläne schmieden. Es ist ein gesundes Maß von allem 😉 Oder lieg ich jetzt falsch? *nachdenk*

    • Liebe Sweetminds, ICH zumindestens bin völlig Deiner Meinung. Es gibt das eine nicht ohne das andere, in einem zu stark verhaftet zu sein, ist ungesund (siehe heutiger Beitrag), wieder einmal die Balance, das gesunde Mass machen es auch… Liebe Grüsse Andrea

  2. Liebe Andrea,
    sollten wir nicht eigentlich versuchen, im Hier und Jetzt zu leben? Selbstverständlich unter Berücksichtigung der Vergangenheit (sonst könnten wir ja nicht aus unseren Fehlern lernen und aus positiven Begebenheiten Kraft schöpfen, aber ohne sich in ihr zu verlieren und ihr nachzutrauern oder stets darüber zu hadern) und mit Blick auf die Zukunft (denn ohne Ziele kommen wir nicht voran, und auch Vorfreude oder die Gewissheit, eine unschöne Situation bald durchgestanden zu haben, macht die Gegenwart lebenswerter), aber doch möglichst geerdet und der Ist-Situation bewusst. Wenn wir in der Vergangenheit leben, werden wir nie in der Gegenwart ankommen. Und wer nur an die Zukunft denkt, übersieht gerne das Entscheidende, das sich nur in der Gegenwärt präsentiert. All die kleinen Glücksmomente, die können wir nicht heraufbeschwören und auch nicht festhalten. Wir können sie nur im Hier und Jetzt empfinden und genießen… Das Leben hat heute so viel zu bieten, dass es das Gestern längst überholt hat, und das Morgen vielleicht gar nicht mehr heranreicht.

    Ganz liebe bewusste Grüße zu dir,
    Sunny

    • Gerade habe ich noch etwas Passendes gefunden:
      „Dieser Augenblick ist die einzige Zeit, die es gibt.“ (Lektion 308 aus Ein Kurs in Wundern)

      GLG Sunny

      • Und als gäbs gerade nichts anderes, bekomme ich gerade folgenden Text:
        „One day at a time is enough… don’t look back & grieve the past, it’s gone… don’t be troubled about the future, it has not come yet… live in the present & make it so beautiful it will be worth remembering.“

        • Wie ist es nochmal mit dem Gesetz der Anziehung? Energie folgt der Aufmerksamkeit:-) Aber ich muss da mal „abern“: wenn nicht zurückschauen soll in die Vergangenheit, wie kann ich dann die Gegenwart so schön machen, dass sie es wert ist, sich zu erinnern?:-) Ich weiss natürlich, was gemeint ist, liebe Sunny, liebe schmunzelnde Grüsse Andrea

      • Passt gut, liebe Sunny, danke!

    • Liebe Sunny, wer sagt das eigentlich, dass wir das „sollten“?:-) Auch Deinen Worten stimme ich sonst zu, es geht das eine nicht ohne das andere; Du hast es schön formuliert, ich habe es in meinem heutigen Beitrag noch einmal genau ausgeführt… LEBEN tu ich auch überwiegend im Jetzt und Hier und das ist schön… Schön ist auch, dass Du hier warst gestern und ich hier und jetzt antworte:-), liebe Grüsse Andrea

      • Ups, jetzt hast du mich erwischt, liebe Andrea. Dabei versuche ich sowieso schon lange, dieses Wort zu vermeiden, da ich es persönlich so gar nicht mag 😉
        Ich hoffe, ich schaffe es jetzt wieder öfter, hier zu sein. Dein Beitrag von heute ist auch wunderbar…
        Ganz lieben Gruß zu dir,
        Sunny

  3. Werner

    Vielleicht haben ja beide recht oder keiner?
    Die Zeit ist ein seltsam Ding. Und Gegenwart… gibt es die überhaupt? Gegenwart ist schließlich nur ein winziger Augenblick, der grade ncoh Zukunft war und bis wirs merken auch schon wieder vergangen ist.
    Ich denke jeder muss seinen eigenen Zugang, sein eigenes Verhältnis zur Zeit finden.
    Der Gedanke von sweetminds, dass alle Zeiten „allgegenwärtig“ sind, gefällt mir recht gut. Diese Allgegenwart übersteigt allerdings unser Vorstellungsvermögen genauso wie der Gedanke der Ewigkeit.
    Die Annahme dass es etwas Ewiges gibt, hebt die Zeit auf, die es nur in unserer Vorstellung gibt (und ohne eine solche Vorstellung kommt unser Denken nun mal niicht mit dem Leben zurecht.)

    • Lieber Werner, ja das seh ich auch so; alles was unser Vorstellungsvermögen übersteigt, teilen wir uns in kleine Einzelteile auf und dann sind wir z.B. wieder bei Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft:-). Ja, jeder hat seinen eigenen Zugang und im Laufe des Lebens kann sich das auch verändern… Es gibt bestimmt Zeiten, in denen man stärker aus der Vergangenheit lernt, in denen man seine Zukunft plant oder in denen man einfach mal „sein“ kann… Liebe Grüsse Andrea

  4. Liebe Andrea,

    dazu habe ich vor ein paar Tagen erst eine schöne Geschichte erzählt, die es aus meiner Sicht sehr schön auf den Punkt bringt: http://www.leben-lernen-lieben.de/gestern-heute-morgen/

    Alles Liebe,
    Jürgen

    • Werner

      Vor ein paar Tagen schrieb BEANEU hier in einem Kommentar:
      „Ich BIN so gerne!“
      Nach der Geschichte, die Jürgen Tesch erzählte, sollte man das ergänzen:
      „Ich bin so gerne JETZT!“

      Gegenwärtige Grüße

      Werner

      • Ich BIN immer nur Jetzt!

      • Natürlich sind wir immer nur jetzt. Genaugenommen gibt es nur das Jetzt. Auch wenn ich mich erinnere, dann denke ich jetzt. Und wenn ich plane, dann sehe ich die Bilder jetzt vor meinem geistigen Auge. Ich kann auch alles nur jetzt tun – oder eben lassen.

        Auch wenn mein bisheriger Weg mich hierher geführt hat und deshalb wichtig für mich war, kann und muss ich doch jetzt entscheiden, in welche Richtung ich den gerade fälligen Schritt setze. Das ist auch das Einzige, wofür ich mich überhaupt entscheiden kann. Ich kann mich nie für ein Ziel entscheiden, weil ich nie sicher sein kann, es auch zu erreichen. Aber ich kann mich IMMER HIER UND JETZT für eine Richtung entscheiden.

        Wenn es um das Thema Zeit geht, dann helfe ich mir gerne mit einem Bild, um es zu begreifen: Stellen wir uns das, was wir Zeit nennen, wie eine CD vor – am besten vielleicht sogar ein Computerspiel, dann wird es noch deutlicher. Alles ist darin bereits vorhanden und gespeichert. ALLES! Und auf Seelenebene wissen wir das auch. Ich fühle mich z.B. nicht wirklich anders als mit 5 Jahren. Nur mein Wissen und mein Körper haben sich verändert.

        Doch wie ich einen Song nur genießen kann, wenn ich ihn von vorne nach hinten durchhöre, so verstehen wir auch das Leben auf geistiger Ebene nur als zeitliche Abfolge. Und so, wie ich in einem komplexen Computerspiel durch meine Handlungen mitentscheide, wie es weitergeht, so funktioniert es auch im Leben. Ich entscheide mich für eine von unendlich vielen Möglichkeiten, die alles bereits vorhanden sind. Damit ist dieser Gedanke natürlich längst nicht zu Ende gedacht. Denn vielleicht entscheide ich mich sogar für alle Möglichkeiten gleichzeitig und es gibt mich unendlich oft, und jeder Jürgen macht in seiner Welt seine eigenen wertvollen Erfahrungen. Wer weiß das schon?

        Alles Liebe,
        Jürgen

        • Lieber Jürgen, das ist sehr einleuchtend und sehr gut beschrieben, danke. Ich bin schon gespannt, was die verschiedenen Jürgens so alles erzählen werden:-), liebe Grüsse Andrea

      • Schön miteinander verknüpft, lieber Werner…

    • Lieber Jürgen,
      danke für deine Geschichte, die ich noch nicht kannte. Und doch habe ich in meinem Kommentar oben fast genauso argumentiert… 😉
      Herzliche Grüße,
      Sunny

    • Lieber Jürgen, das ist eine schöne Geschichte, danke… und ich finde es wirklich lustig, dass wir uns gerade mit demselben Thema beschäftigen; ich übrigens auch wegen eines Seminares, dass ich am Wochenende gebe…:-) Herzliche Grüsse Andrea

  5. Ich empfinde es so, dass das Leben immer nur Hier und Jetzt in diesem Augenblick stattfindet, daher ist mir Goethes Aussage näher.
    Liebe Grüße zu Dir 🙂

    • Liebe Beate, und das Schöne ist, nichts ist richtiger oder falscher als das andere… Jeder schafft sich seine eigene Welt und genau das wollte ich mit den beiden unterschiedlichen Zitaten erreichen, dass jeder SEINE Sichtweise erkennt, bewusst macht und vor allem lebt… Liebe Grüsse zu Dir zurück Andrea

  6. Liebe Andrea,
    ich bin der Ansicht, dass unsere Vergangenheit (in unserem unbewussten Persönlichkeitsanteil) großen Einfluss auf Vorlieben, Neigungen und unzählige kleine und große Entscheidungen hat.
    Deshalb achte ich darauf, bewusst in der Gegenwart (hier und jetzt) zu agieren. Meine Entscheidung von heute bestimmt zu einem (nach meiner Auffassung) sehr großen Teil, wie es mir morgen geht. Daher vote ich in diesem Fall für Goethe.
    …und ja, alles ist verbunden.
    Schön, dass sich unsere Gedanken heute wieder einmal berühren.
    Alles Liebe und viele sonnige Grüße aus dem heute tatsächlich sonnigen Isartal,
    Besser und besser,
    Gaba

    • Liebe Gaba, ja der Ansicht bin ich auch…alles ist verbunden. Meine Vergangenheit hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin…Was ist heute tue, macht mich zu dem Menschen, der ich morgen sein werde… Ja, unsere Gedanken-Berührung finde ich auch schön, alles Liebe aus dem kalten und sonnigen Düsseldorf, Andrea

  7. Liebste Andrea,

    ich lebe auch ganz im Hier und Jetzt ~ spüre jedoch immer wieder, dass ich mich weder von meiner Vergangenheit ganz ablösen kann, denn diese hat mich geprägt, aber auch die Zukunft ist immer wieder Thema, jetzt mehr denn je für mich: Wie geht alles weiter, da sich alles ändern wird!? Aber je mehr ich denke und plane, desto bewusster wird mir, dass es auch ganz anders kommen kann 😉 denn manches kann man einfach nicht planen, nur sich vorstellen und wünschen.
    Wenn ich jedoch ganz im Hier und Jetzt bin, dann nehme ich an, was ist und finde sogar Gefallen daran, denn nur im AUgenblick finde ich das Glück 🙂

    Alles, alles Liebe für dich,
    Elisabeth

    • Liebste Elisabeth, und ich wehre mich auch gar nicht dagegen, ich mag alle 3 Zeiten; wie schön ist es manchmal, mit alten Freunden in der Vergangenheit zu schwelgen; wie wunderbar, mit dem Liebsten für die Zukunft Pläne zu schmieden und zu träumen; wie herrlich, ganz im Hier und Jetzt zu sein, den Moment zu geniessen und alles andere drum herum einmal zu vergessen… Allerliebste Zeit-Grüsse Andrea

  8. Keiner von Beiden…denn das Leben ist jetzt, im Moment nur im Heute kann ich etwas bewegen, fühlen, kann lachen oder weinen, was gestern war ist vorbei und was morgen sein wird weiß man nicht.
    ….
    Ich liebe das Leben und das Leben liebt mich!
    ….

  9. Hase

    Liebste Andrea,
    danke für Deinen Beitrag. Er regt zum Nachdenken an, wie man an den Kommentaren bemerkt.
    Das Leben findet immer im gegenwärtigen Augenblick statt.
    Die Achtsamkeit im Hier und Jetzt ergibt die Kraft der Gegenwart.
    Alles andere ist nicht wichtig. Nur jetzt. Diesen einzigen Atemzug .
    Was vorher war, sind die Gedanken daran , was sein wird, IST nicht Jetzt.
    wer ganz bewusst im Hier und Jetzt verweilt, lebt im SEIN. Ich bin im Hier und Jetzt.
    liebe Grüße
    Erika

    • Liebste Erika, ja das hätte ich nicht gedacht, dass da soviele tolle, lange, wertvolle Kommentare kommen und ich freu mich sehr darüber. Und danke auch Dir für Deine wunderbaren Gedanken dazu… Meinen Blickwinkel habe ich in den vorhergehenden Kommentaren schon dargelegt, danke für Deinen… Liebste Grüsse Andrea

  10. ich würde sagen, beide Aussprüche haben was.
    Nur am Althergebrachten kleben hindert daran, Neues zu sehen und anzunehmen.

  11. Werner

    Ich bin heute (in einem ganz anderen Zusammenhang) wieder einmal auf Nikolaus von Kues gestoßen, in dessen Denken vor über 500 Jahren der Gedanke der „coincidentia oppositorum“ (des Zusammenfalls der Gegensätze zu einer Einheit) eine große Rolle spielte.
    Er meint, alle geistige Anstrengung müsse sich darauf richten, die „einfache Einheit“ zu erreichen, in der alle Arten von Entgegengesetztem (opposita) zusammenfallen, somit paradoxerweise auch die kontradiktorischen (widersprüchlichen) Gegensätze, die einander nach dem aristotelischen Satz vom Widerspruch ausschließen.
    Übertragen wir das mal auf unser Problem Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft: Vergangenheit und Zukunft scheinen sich gegenseitig auszuschließen, bilden aber in der Gegenwart dann doch eine Einheit.
    So gesehen hätte Goethe also doch nicht ganz Unrecht und alle, die hier die Gegenwart so hochhalten auch, denn die Gegenwart umfasst alles was war und was sein wird.

    umfassende Grüße

    Werner

    • Danke lieber Werner, für diesen Ausflug 500 Jahre zurück…Ich weiss nicht, wie es Dir geht- für mich ist es manchmal „tröstlich“, dass wir Menschen auch heute noch immer über ähnliche Dinge philosophieren, wie die Menschen vor uns… Huch, da ist sie wieder, die vergangene Zeit:-)
      Liebe lachende Grüsse Andrea

  12. liebste andrea

    ich stimme beiden gleichermaßen zu.
    das vergangene prägt und formt für die gegenwart und die zukunft und in der gegenwart lebe ich JETZT. JETZT ist der zeitpunkt, unsere brücke aus erfahrungen,entscheidungen,wissen und gedanken zu bauen und auch zu gehen…in richtung zukunft. immer wieder aufs neue.
    uff, ich hoffe, du konntest meinem wirrwarr folgen :-))
    alles alles liebe aus dem JETZT von babsi♥

  13. Tja, was soll man sich darüber Gedanken machen, liebe Andrea, wenn man bedenkt, dass heute morgen schon gestern ist. 😉

    Liebe Grüße,
    Martina

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