Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Wer sich überwiegend an der Vergangenheit orientiert:

Rückblick ist die Devise. Ziele basieren auf Vorherigem und Lernen aus der Erfahrung fällt besonders leicht. Früher gemachte Erfahrungen dienen als Grundlage zur Analyse und Bewertung von Situationen.

Negative Ausprägung: Wird die Vergangenheit jedoch zum Mittelpunkt, verlieren die Menschen den Zugang zum Hier und Jetzt. Sie sind mit ihren Gedanken nicht bei der Sache, sondern leben im Damaligen und versuchen verzweifelt, es wieder einzufangen und zu wahren.. Alles Frühere war selbstverständlich schöner und besser. Das Vergangene wird verherrlicht. Die Vergangenheit wirkt wie ein Magnet, so dass alles Zukünftige und Neue Misstrauen und Angst macht.

Wer sich überwiegende an der Gegenwart orientiert:

Menschen, die im Hier und Jetzt leben, lassen sich vollkommen ein auf das, was gerade passiert. Sinnesfreuden und Genuss sind diesem Muster eigen. Direkte aktive Umsetzungen von Ideen sind leicht möglich. Sie sind in dem sogenannten Flow-Zustand, den auch Kinder beim Spielen erleben, wenn sie im Spiel versunken kaum noch ansprechbar sind. Der großzügige Umgang mit Zeit ist für diese Menschen ein besonderes Stück Lebensqualität.

Negative Ausprägung: Wer ausschließlich in der Gegenwart lebt, verliert bei seinen Aktivitäten Zeit und Raum. Daher können diese Menschen Aufgaben schlecht oder gar nicht planen und können diese auch nicht rechtzeitig erledigen. Es kommt zu Unpünktlichkeit, Aufschieben, Verlust an Realitätssinn. Unrealistische Einschätzungen und Unzuverlässigkeit sind an der Tagesordnung. Sie lernen nicht aus vergangenen Erfahrungen und machen sich keinerlei Gedanken um die Zukunft und können so völlig unvorbereitet in unangenehme Situationen gelangen. Vergangenheit und Zukunft ist hier hilfreich, Erfahrungen zu verwerten und die Zukunft zu gestalten.

Wer sich überwiegend an der Zukunft orientiert:

Menschen mit diesem Filter haben klare Zukunftsvorstellungen und Visionen. Vision, Traum, Wunsch sind Begriffe, die faszinieren und dem Leben Sinn, Richtung und Motivation geben. Das Morgen ist sehr wichtig, daher fällt planen und organisieren leicht.  Häufig sind diese Menschen inspirierend und Ziele setzen ist ein Kinderspiel. Wer an die Zukunft glaubt, entwickelt leicht die Kraft, andere mitzureißen, zu begeistern und zu motivieren. Die Zukunfts-Orientierung schenkt Raum für  Phantasie und Kreativität. Da noch alles in der Zukunft liegt, scheint ihnen nichts unmöglich.  Mit Leichtigkeit versetzen sich die Menschen auch 20 Jahre in die Zukunft hinein, um sich zu fragen, worauf sie am liebsten zurückblicken würden.

Negative Ausprägung: Wenn das Interesse ausschließlich in der Zukunft liegt, bekommt man Schwierigkeiten, sich in der Gegenwart wohl zu fühlen. In der Außenwelt kann dies abgehoben wirken oder den Eindruck von innerer Abwesenheit und Weltfremdheit erwecken. Durch die ständige Auseinandersetzung mit der Zukunft setzen sich diese Menschen stark selbst unter Druck – es muss noch so viel erledigt werden, dass sie den Moment nicht mehr genießen können. Stattdessen fühlen sie sich gehetzt und unzufrieden und verlieren vor lauter Gedanken an die Zukunft und wie sie alles noch besser, schneller, grösser machen müssen, die Gegenwart aus dem Blick und beenden ihre Projekte nicht. Ein Gegenwartsbezug wäre wichtig, um im Hier und Jetzt auch praktisch etwas für die Zukunft zu tun.

Textquellen „Der Werte-Manager“ – Peter Kensok & Katja Dyckhoff und
„Die Sprache der Motivation“ – Evelyne Maaß & Karsten Ritschl
und meine eigenen Gedanken und Verknüpfungen zum Thema

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23 Kommentare

Eingeordnet unter Blickwinkel, Coaching, Gedankenkarussell, Motivation, Philosophieren, Veränderung, Werte

23 Antworten zu “Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

  1. fudelchen

    Ein bisserl Gegenwart und etwas Zukunft, so sollte es für mich passen, denn die Vergangenheit ist nicht gar so schön.

    GLG Marianne ♥

    • Liebe Marianne, dann kannst Du vielleicht aus der Vergangenheit wenigstens lernen, wie Du es NICHT haben möchtest… Gegenwart und Zukunft ist ein tolles Paar, finde ich auch:-) Liebe Grüsse Andrea

  2. liebste andrea´

    alle „guten“dinge sind 3 🙂
    das ist für mich eine bestätigung, dass alles seine wichtigkeit hat:vergangenheit, gegenwart und zukunft.
    ich habe noch letztes jahr mich oft an vergangenes erinnert und dem auch etwas nachgetrauert und gleichzeitig angst vor der zukunft gehabt.
    heute lebe ich das JETZT noch bewußter und dankbarer und kann viel aus der vergangenheit mitnehmen.
    meine „nostalgischen“ anfälle werden bleiben…aber auch die freude an der gegenwart.
    liebste grüße zu dir von babsi

    • Werner

      Das klingt sehr stark nach gefundener BALANCE!
      Dieses Gleichgewicht zwischen Vergangenem, Gegenwärtigem und Zukünftigen anzustreben ist auch mein Ziel.
      Gleich-Gültigkeit zu erreichen…
      in dem Sinn, dass alles gleich gültig ist.

      Werner

      • lieber werner.
        auch ich suche noch nach ihr. das sind nur die erfahrungen bis jetzt. ich lerne täglich dazu.
        auf dass es uns besser und besser gelingen möge 🙂
        glg babsi

        ps:sorry, dass ich noch nicht auf deine nette nachricht reagiert habe.hab im mom etwas chaos im posteingang und und muß wiedermal aufräumen 🙂

      • Lieber Werner, das ist auf jeden Fall meine angestrebte Balance…und oft gelingt es… Danke Dir für die neue Bedeutung von Gleich-Gültigkeit, das eröffnet mir neue Gedanken dazu… DANKE! Liebe Grüsse Andrea

    • Liebste Babsi, das kann ich auch gut nachvollziehen; ich habe in den letzten 2 Jahren sehr viel Vergangenheit aufgearbeitet, mal getrauert, mal mich gefreut; und jetzt lebe ich mit ziemlich wenig Altlasten und freu mich über die Gegenwart und auf die Zukunft:-). Manchmal stärkt die Vergangeheit ja auch, was man alles schon Tolles erreicht und geschafft hat, schöne Erinnerungen wie Urlaube, Musik usw. Ressourcen und positive Anker, Du kennst das ja:-) Allerliebste Herzensgrüsse Andrea

  3. Hase

    Liebste Andrea,
    danke für Deinen Beitrag.
    Das ist alles sehr interessant. Ich persönlich finde, dass es ganz auf den Blickwinkel der jeweiligen Person ankommt und auf die Art der Bewertung. Wenn wir aber nicht bewerten wollen und urteilen, dann findet das reine Leben nur im Jetzt statt. Dass die Erfahrungen aus der Vergangenheit dazu beigetragen haben, auf welchem individuellen Entwicklungsstand sich jede/r befindet, soll gar nicht in Frage gestellt werden. Noch kann man Pläne und Träume für die Zukunft haben. Aber es gibt immer nur den gegenwärtigen Augenblick , in dem ich lebe. Es ist m.E. der Gesichtspunkt, aus welcher Sicht man das alles betrachtet, ausschlaggebend. Es gibt kein richtig und falsch. Kein positiv und negativ, wenn man nicht bewertet.
    Ich möchte noch ein Zitat in den Raum stellen, weil ich es auf heute in meinem Kalender entdeckt habe von Paulo Coelho:
    „In der Magie – und im Leben gibt es nur den gegenwärtigen Augenblick , das JETZT. Man misst die Zeit nicht wie die Entfernung zwischen zwei Punkten. Die „Zeit“ vergeht nicht.
    Der Mensch tut sich ungeheuer schwer damit, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren; Er denkt ständig an das, was er getan hat, daran , was er hätte besser machen können, an die Folgen seines Handelns, warum er nicht sogehandelt hat, wie er es hätte tun müssen. (Aleph)
    liebe nachdenkliche Grüße
    Erika

    • Liebste Erika, vielen Dank für Deine schönen Zitate und Deine noch schöneren Gedanken… ich möchte sie gar nicht „auseinanderpflücken“, sondern lasse sie einfach so stehen… Ich glaube, dass DU für Dich den richtigen Weg gefunden hast, mit der Zeit umzugehen, das spricht aus jeder Zeiel und das finde ich ganz grossartig. Allerliebste Herzensgrüsse Andrea

  4. Hallo und vielen Dank für den informativen Artikel. Ohnehin ist der Blog sehr lesenswert, ich bleibe mal noch ein Weilchen hier und schaue mich um.
    🙂

    Gern hätte ich hier noch Lösungsansätze gelesen, gerade auch für die negative Ausprägung bezüglich des Lebens in der Vergangenheit.
    Eine sehr interessante Thematik.

    Vielen Dank und herzliche Grüße!
    Heike

    • Liebe Heike, danke Dir für Deine netten Worte über meinen Blog, das freut mich sehr. Für die Lösungsansätze kannst Du gern einmal ein Seminar bei mir buchen oder ein Coaching :-)…Grundsätzlich hilft schon, es sich bewusst zu machen, drauf zu achten und dann zu üben, üben, üben… Wenn aber durch das Leben in der Vergangenheit das Leben in der Gegenwart regelrecht blockiert oder gebremst wird, sollte man wirklich in einem Coaching o.ä. einmal die dahinter stehenden Glaubenssätze u.v.m. anschauen und hinterfragen… Herzliche Grüsse zu Dir zurück und schön, dass Du hier warst, Andrea

  5. Jetzt hab ich auch noch ein schönes Zitat dazu gefunden:

    „Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben; aber für das Neue sollen wir eigentlich leben.“
    Theodor Fontane

    • Werner

      ok, da ich schon ziemlich alt bin (im Vergleich mit euch jungen Frauen) ….
      Aber die Frage, ob ich den Anspruch darauf verdient habe????

      🙂

      • Hase

        @Werner: nun übertreib mal nicht…. „ziemlich alt“ fand ich Dich gar nicht, zumindest vom Aussehen her . Ich gehöre auch nicht mehr zu den jungen Frauen *lach*
        @Andrea: Danke für das schöne Zitat …. ja, es drückt auch etwas aus, das zum Nachdenken anregt (egal in welche Richtung …)
        liebe Grüße
        Erika 🙂

      • Na, lieber Werner, ist das fishing-for-compliments? Ich darf alles lieben, was ich will, egal wie alt oder jung, SO!:-) Lächelnde liebe Grüsse Andrea

  6. Liebste Andrea,
    das ist ein sehr schöner Beitrag von Dir. Ich lerne derzeit das „Leben im Hier und Jetzt“ und kann bestätigen, dass nie gekannte Sinnesfreuden plötzlich Einzug halten in mein Leben. Dass man sich so sehr über und an klitzekleinen Kleinigkeiten erfreuen kann, das hätte ich mir nie träumen lassen 😉 Und dafür bin ich sehr sehr dankbar.
    Allerliebste Herzensgrüße von Dori

    • Liebste Dori, herzlichen Dank! Freut mich, dass er Dir gefällt. Ja, das kann ich mir vorstellen, dass bei Dir grad viel passiert… Und wie schön, dass es Dir so gut geht!!! Allerliebste Herzensgrüsse Andrea

  7. Werner

    Liebe Andrea,
    Ich versuche mal ein wenig meine Gedanken wiederzugeben, die der Dokumentarfilm auslöst, den ich grade in der ARD gesehen habe, und diese Eindrücke mit dem von dir angesprochenen Thema zu verknüpfen.

    Das Dokudrama „Nickys Familie“ (Originaltitel: „Nicky’s Family“) rekonstruiert die dramatische Rettungsaktion und erzählt das Schicksal mehrerer Kinder, die dem inzwischen über 100-jährigen Briten ihr Leben verdanken.
    Der Film zeigt auch wie wichtig für die betroffenen Kinder, inzwischen ja auch alte Menschen die Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit war, um die Gegenwart zu bestehen und die Zukunft zu gestalten.
    Und nicht nur für sie, auch für ihre Kinder und Enkel, die in vielfältiger Weise, das durch ihr Engagement für eine bessere Welt „zurückzahlen“, was sie vor über 70 Jahren durch ihre Rettung erlebt haben.
    Nur in der Gegenwart zu leben ist ihnen einfach nicht möglich.
    Wer sich die Zeit nehmen kann, es lohnt sich:
    http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/799280_reportage-dokumentation/9297678_sir-nicky-held-wider-willen

    nachdenkliche Grüße
    Werner

    • Lieber Werner, im Moment fehlt mir die Zeit dazu; von dem, was Du schreibst – ein sehr nachdenklich machendes Thema; da hat die Vergangenheit sicher einen anderen Stellenwert… Ich finde es wichtig, Dinge aus der Vergangenheit „aufzuarbeiten“, wie auch immer das in der Gegenwart möglich ist, denn ich glaube, sonst bremst uns die Vergangenheit im Heute… Ein abendfüllendes Thema und im Coaching beschäftige ich mich sehr viel damit… Liebe Grüsse Andrea

      • Werner

        ja, manchmal ist die Zeit einfach zu knapp.
        Aber vielleicht kannst dir die letzten 15 Minuten anschauen.
        Ich denke allein das lohnt sich.schon.

        W.

  8. gokui

    Hallo,

    ich frage mich gerade zu welchem Typ ich zähle ? Im Grunde genommen trifft alles iregdnwie auf mich zu. Bin ich jetzt perfekt oder liegt da wo ein Fehler in der Denkweise ?
    Liegt es eventuell an meinem Sternenbild – Waage – welches ja bekannt dafür ist, die Harmonie, in diesem Fall wohl eher eine Sythese alle jenes zu bevorzugen ( glaube ich zumindest ) ?

    Vielleicht bin ich auch schon zu müde.

    • Lieber Gokui, es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ dabei… es gibt eher ein „nützlich“ oder „nicht nützlich“ in der jeweiligen Situation. Ich finde, die Mischung von allen Typen macht es auch, nicht zu sehr in der Vergangenheit verharren, aber aus ihr lernen; nicht zu sehr in der Zukunft rumschwirren, aber Visionen und Träume haben, voraussschauend leben; und in der Gegenwart leben, den Moment geniessen können, im Hier und Jetzt sein… und ich bin auch Waage, vielleicht denke ich deshalb auch so ähnlich wie Du:-) Liebe Grüsse Andrea

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