Umgebindehäuser – Denkmale mit Seele

Am Donnerstag war ich wieder einmal beruflich in der Oberlausitz unterwegs, einer wunderbaren Landschaft. Und mir fielen wieder diese Häuser auf, die mit als „Umgebindehäuser“ erklärt wurden. Kurz recherchiert stehen diese Häuser sogar unter Denkmalschutz  und sie werden auf einer eigenen Homepage so beschrieben:

„Denkmale mit Seele – eigenwillig und genial

Auf den ersten, flüchtigen Blick gleichen sie „normalen“ Fachwerkhäusern. Beim näheren Hinschauen offenbaren sie eine eigene architektonische Welt: die Umgebindehäuser. Sie sind in Europa einmalig. Sie prägen einen ganzen Landstrich. Der reicht von der Oberlausitz und Sächsischen Schweiz bis Niederschlesien und Nordböhmen. Für dieses Gebiet im Länderdreieck von Deutschland, Polen und Tschechien bürgert sich zunehmend der Name „Umgebindeland“ ein.
Die Umgebindehäuser sind vermutlich im 15./16. Jahrhundert entstanden. Einfache Dorfhandwerker verbanden die Fachwerk- und Blockbauweise genial miteinander und damit die Vorteile beider. Die Blockstube – einem Holzkasten gleich – wird von einem Tragwerk „umbunden“, auf dem das Dach oder Fachwerkobergeschoss ruht. Diese Stützkonstruktion ist das Umgebinde. Über die Jahrhunderte wurde die eigenwillige Konstruktion weiterentwickelt und neuen Anforderungen angepasst. So haben die Generationen verschiedenste Häuser hervorgebracht – große, kleine, schmale, breite, schlichte und repräsentative. Es gibt keinen Haustyp von größerer Individualität. Jedes Haus – häufig auch meisterhaft verziert – ist ein Unikat.

Einzigartig sind auch die Geschichten, die sich um die Häuser ranken…

Umgebinde und Weberei

(Quelle Wikipedia) Das Weberhaus ist typisch für Umgebindehäuser. Im Volksmund ist als Erklärung dieser Bauweise überliefert, dass sie erreichen sollte, die Schwingungen des Handwebstuhles nicht auf das gesamte Gebäude zu übertragen: jedoch scheint dies gegenüber der verbesserten Statik eher von untergeordneter Bedeutung gewesen zu sein. Vermutlich sind hier Beobachtungen im Zusammenhang mit industriellen Webstühlen auf Handwebstühle übertragen worden. Dennoch ist diese Bauweise für die Weberei von Vorteil, da Blockstuben im Vergleich mit Fachwerkstuben ein gleichmäßiges Klima gewährleisten und somit eine annähernd gleichbleibende Qualität der Webereierzeugnisse.

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12 Kommentare

Eingeordnet unter Leben, Reisegeschichten, Werte

12 Antworten zu “Umgebindehäuser – Denkmale mit Seele

  1. blog-lesen bildet! 🙂
    Danke für diese – für mich neuen – Einblicke!

  2. liebe andrea, was für schnuckelige häuser, ich hab mir alle angeschaut und werde die eine oder andere geschichte dazu noch lesen. die gegend reizt mich sogar, dort einmal urlaub zu machen. wir waren zwar schon in der sächsischen schweiz und in dresden aber an der lausitz sind wir vorbeigefahren, leider wie ich feststelle. danke für den tipp! wünsch dir ein schönes wochenende. lieben gruß von sabine

    • Liebe Sabine, schön, dass sie Dir gefallen – wenn man so durch diese Dörfer fährt, dann sind ganz viele dieser Häuser dort, in den untschiedlichsten Zuständen; das hat mich wirklich sehr fasziniert… In Dresden und im Spreewald und Umgebung möchte ich auch mal Urlaub machen, das ist wirklich wunderschön dort… Liebe Grüsse Andrea

  3. Richtig interessant ist das, was du uns da über die Umgebindehäuser zugänglich gemacht hast.
    Ich finde es toll, wie verschiedene Landschaften und verschiedene Zeiten ihre je eingenen Baustile entwickelt haben.
    Die typischen Schwarzwaldhäuser, die schiefergedeckten Bruchsteinhäuser an der Mosel, die westfälischen Bauernhöfe, die Fachwerkhäuser in Hessen und in Württemberg, die pfälzischen Straßendörfer und und und … oder auch die Skyline der Frankfurrter Bankentürme.
    Das ist so vielfäkltig wie die Dialekte, von denen wir im deutschen Sprachraum ja auch sehr unterschiedliche haben.
    Ich möchte hoffen, dass beides nicht verschwindet. Denn beides hat etwas mit HEIMAT zu tun.
    Es wäre schade, wenn sich alles in einer neuen Funktionalität der Baustile auflösen würde und überall die selben Häuser stehen würden.
    Schlimm genug, dass die Fußgängerzonen der größeren Städte schon so austauschbar sind und man kaum noch weiß, in welcher Stadt man grade ist.
    Und genau so sehe ich das mit den Dialekten. Natürlich sollte man inHamburg nicht grade mit dem breitesten Bayrisch oder Schwäbisch daher kommen. Aber die Dialektfärbung braucht man trotzdem nicht zu verstecken, ja das macht in meinen Augen – nein Ohren – Menschen sogar sympathisch, wenn ich merke, dass sie ihre Herkunft nicht verleugnen – und sich trotzdem verständlich auszudrücken versuchen.

    Das Leben ist halt so vielfältig und bunt wie wir es gestalten. Und einen Einheitsbrei möchte ich weder in den Baustilen noch in der Sprache.

    bunte Grüße
    Werner

    • Lieber Werner, da bin ich absolut einer Meinung mit Dir. Die verschiedenen Häuserstile, die verschiedenen Dialekte – das ist Tradition und Brauchtum, das sind Dinge, die uns Menschen noch „menschlicher“ machen, uns unterscheiden und verbinden, die uns neugierig aufeinander machen können… Ich mag Dialekte sehr gern, auch wenn sie sich für mein Ohr manchmal sehr seltsam anhören:-). Liebe Grüsse Andrea

  4. Das sind ja wahre Kunstwerke von Häuser!
    Wow! HG Julie

  5. Hase

    Liebste Andrea,
    wunderschön sind diese Häuser. Vielen Dank für Deinen ausführlichen und interessanten Beitrag.
    Liebe Grüße
    Erika 🙂

    • Liebe Erika, schön dass sie Dir auch gefallen, live sind sie wirklich so beeindruckend und haben was friedliches, kunstvolles, eigen-artiges… Liebe Grüsse Andrea

  6. Das ist ja interessant Und was dabei herausgekommen ist, kann sich echt sehen lassen. Wunderschön sind die Häuser.

    • Ja, liebe Bärbel, das sind sie – interessant und wunderschön. Ich hatte nicht so eine tolle Resonanz hier auf meinen Beitrag erwartet, das ist auch sehr schön:-) Liebe Grüsse Andrea

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