Gedankenkarussell – Gewohnheiten

Eine Gewohnheit kann man nicht einfach zum Fenster hinauswerfen!
Man muss sie Stufe für Stufe die Treppe herunterlocken.

Mark Twain

Bildquelle (Der liebe Werner hat mir die Nutzung seiner Fotos auf Flickr angeboten, das ist GROSSARTIG, DANKE noch einmal lieber Werner!)

Erst schien mir dieser Ausspruch ganz logisch und dann überlegte ich… ist es nicht einfacher, eine Gewohnheit komplett abzustellen? Kommt man nicht eher in Versuchung, sie beizubehalten, wenn man sie immer noch ein wenig „weiternutzen“ darf? Als ich vor vielen Jahren mit dem Rauchen aufhören wollte, ging es nicht, als ich versuchte, jeden Tag weniger zu rauchen. Ich hab es erst geschafft, als ich von heute auf morgen komplett aufhörte… Und entweder ich gönne mir Süssigkeiten oder ich esse gar keine… 🙂 Aber es gibt doch bestimmt auch Gewohnheiten, die man sich Stück für Stück abgewöhnen kann, irgendwas in diesem Spruch hat mich ja angesprochen. Wie denkt Ihr darüber?

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28 Kommentare

Eingeordnet unter Blickwinkel, Gedankenkarussell, Leben, Motivation, Philosophieren, Veränderung, Wahrnehmung, Ziele

28 Antworten zu “Gedankenkarussell – Gewohnheiten

  1. Andrea, mein Rauchentzug 2004 war auch: Bis zum letzten Raucherzug 22 – 25 / Tag, am nächsten keine mehr und das bis heute, jetzt schon eher (militante) Nichtraucherin, des stinkt wirklich.
    Die Gewohnheit, zu viel am PC zu hocken, locke ich Schritt für Schritt die Treppe runter in den Park, zum Hund, zum Fotografieren – da klappt es ein wenig – doch im allgemeinen bin ich auch mehr der radikalere Typ, der schlagartig ändert.
    Liebe Grüße zu dir von Clara

    • Liebe Clara, da sagst Du was, das am PC hocken… das kann ich auch nur versuchen, einzuschränken, Schritt für Schritt; anders als beim Rauchen ist wohl der Kern, dass ich mit dem PC gar nicht aufhören WILL:-) Liebe Grüss für Dich, Andrea

      • Andrea, du glaubst doch nicht für eine Sekunde, dass ich wirklich mit dem PC für immer brechen wollte? Wäre das der Fall, würde ich ihn „aus dem Fenster werfen“ 🙂 oder verschenken und dann den Deckel über meiner Kiste schließen lassen. – Es darf nur nicht diese zeitlichen Ausmaße annehmen.
        Hier ist es schön, ich gehe bald raus.
        Und tschüss sagt Clara

        • Nein liebe Clara, das glaube ich nicht mal ne MILLIsekunde lang:-)… und das wäre ja auch für uns Leser total schade! Hier regnet es und ich muss trotzdem gleich raus;-.) Liebe Grüsse Andrea

          • Dann hast du die Popo- oder Regenkarte und ich die Sonnenkarte gezogen. Aber wenn ich nicht bald und gleich gehe, kann ich die Regenkarte behalten – die Rundumsicht auf dem Balkon war nicht so sonnig wie der Fensterdurchblick vermuten ließ.

  2. liebe andrea,
    mit dem rauchen ging es mir genauso, deshalb dachte ich zunächst, warum sie nicht einfach die treppe runter werfen, oder zum fenster raus, schluss und gut ist. dann ist mir eingefallen, dass es auch anders ging, als ich vor einigen jahren meine ernährung umgestellt habe, ging das schrittchenweise. zuerst habe ich den butterverbrauch reduziert, dann den zuckerkonsum, dann kurze zeit nur vegetarisch gegessen, jetzt esse ich wieder fleisch, aber nur sehr wenig und nur sehr gutes. das hat wunderbar funktioniert und klappt bis heute. bei meinen kindern habe ich neuerungen auch meist nach und nach eingeführt, z.b. durften sie alleine einkaufen, zuerst beim bäcker um die ecke, dann im nahe gelegenen supermarkt, usw. oder ich hab sie zuerst eine stunde alleine zuhause gelassen, dann zwei stunden dann einen vormittag. das hatte aber viel damit zu tun ihnen die angst vor neuem zu nehmen. wobei mir soeben beim schreiben einfällt, dass das aufgeben von alten gewohnheiten ja auch mit angst vor neuem besetzt sein kann. ich werde mal im hinblick auf meinen schokoladenkonsum darüber nachdenken. vielen dank für die anregung! lieben gruß von sabine

    • Liebe Sabine, danke Dir für Deine Erfahrungen. Scheinbar kann man mit dem Rauchen entweder aufhören oder weitermachen… Bei anderen Dingen gibt es mehr Spielraum und das mit der Ernährungs-Umstellung finde ich klasse, wie Du das beschreibst. Ich glaube, nur so kann es nachhaltig sein; wenn man sich (wie bei manchen Diäten) zu sehr selbst kasteit, dann kriegt man diese Heisshungerattacken und Einbrüche, und dann ist alles über den Haufen geworfen… Bin gespannt, was Deine Schokoladen-Geschichte noch alles erzählt:-) Liebe Grüsse zu Dir, Andrea

  3. Ich kann dem Spruch nur zustimmen, denn ich habe es immer wieder erfahren, dass es meist nicht von heute auf morgen geht, festgefahrene Muster zu ändern. Ich erlebe es so, dass ich zeitweise meine, ich hätte Eines überwunden, und dann begegnet es mir immer mal wieder in verschiedenen Situationen, bis ich es ganz überwunden habe.
    Aber die Frage ist, ob in diesem Spruch Gewohnheiten mit Muster wie ich sie angesprochen habe gleichzusetzen sind?

    • Liebe Beate, das erlebe ich auch in meiner Arbeit – nur der Wille allein reicht nicht; man muss schon genau hinschauen, wofür das Muster steht, was passieren könnte, wenn man auf sie verzichtet und ob es nicht etwas Nützlicheres gäbe, um das sicherzustellen… Und dennoch tauchen manche Muster immer mal wieder zur Stippvisite auf:-). Ich glaube schon, dass manche Gewohnheiten Muster sind und manche Muster Gewohnheiten… Liebe Grüsse für Dich, Andrea

  4. ja mit dem Rauchen ist es mir genau so ergangen – klarer Schnitt – aber alles andere ist doch mehr Stufe um Stufe bei mir………

  5. Schritt für Schritt klappt bei mir nicht so gut, ich brauche radikal 😉

  6. Werner

    Was mir dazu einfällt?
    „Rauchen aufzugeben, ist doch gar nicht so schwer, ich habs schon hundert mal gemacht!“ 🙂 🙂
    Aber im Ernst. Egal ob die Treppe herunter gelockt oder zum Fenster raus geworfen, manmuss denGewohnheiten einfach den Rückweg verperren. Zum Fenster raus und Haustür zu! Das ist denke ich die sicherere Methode.
    Bei der Treppe ist das schwieriger und die Gewohnheiten finden leichter einen Rückweg und klettern wieder eine oder gar mehrere Stufen wieder hoch.
    Ist die Methode Stufe für Stufe nicht einfach der Ausweg oder die Hintertür für Menschen, die es mit dem Abgewöhnen von (unerwünschten) Gewohnheiten doch nicht so ganz ernst meinen?

    Als ich vor Jahrzehnten das Rauchen aufgab, versperrte ich mir den Rückweg dadurch dass ich in den ersten Tagen allen, die ich traf davon erzählte. (Es war grade Kirmes und da trifft man immer viele Leute.)
    Konnte ich da wieder anfangen? NEIN … Wie wär ich dumm dagestanden, wenn ich wieder angefangen hätte.

    Heute wär mir das vielleicht nicht mehr so wichtig, was die anderen von mir denken. Aber heute hab ich ja auch keine Gewohnheiten mehr, die ich mir abgewöhnen will.
    oder doch? 🙂

    Gewohnheitenliebende Grüße

    Werner

    • Ja, lieber Werner, das Rauchen aufzugeben ist leicht, nur das NICHT wieder anfange ist schwer:-) Den Rückweg versperren, das ist ein guter Gedanke… und vorne raus muss auch die richtige Motivation und der Wille sein… Die Frage ist natürlich auch, will ich komplett aufhören mit etwas, oder will ich den Konsum/Gebrauch nur einschränken… Der Trick, es allen zu erzählen, scheint gut zu sein; ich glaube sogar, er hätte auch noch eine gewisse Wirkung, wenn es einem nicht so wichtig ist, was die Leute sagen; denn steht man nicht eigentlich auch vor sich selber „dumm“ da, wenn man wieder anfängt?;-) Hauptsache Du möchtest Dir nicht abgewöhnen, hier so interessante Kommentare zu schreiben:-) Liebe Grüsse Andrea

  7. Ich gehöre auch zu den „Alles oder Gar Nichts“ Typen. Halte sonst nicht durch.

  8. sweetminds

    Für mich ist es auch einfacher, gleich alles komplett zu verändern, als Stück für Stück… Aber da ist wohl jeder etwas anders und vielleicht kommt es auf das Thema an.

    • Liebe Sweetminds, das glaube ich auch, manches muss auf einmal verändert werden, damit es funktioniert und manches darf auch langsam gehen… Und zu radikal und zu oft dürfen solche Veränderungen für mich auch nicht passieren. Aber Veränderungen sind ja meist auch grösser als Gewohnheiten… Liebe Grüsse zu Dir, Andrea

  9. Es ist eigenartig.
    ich weiß genau, dass ich mir mit der Zeit so einiges anderes angewöhnt habe, damit jeweils ein altes Muster abgestreift habe.
    Was es aber war, kann ich im Moment gar nicht so genau sagen. Ich weiß aber, dass es so ist.
    Tja, mit dem Blog, da müsste ich auch kürzer treten….

  10. Liebe Bärbel, dann hast Du es ja auf jeden Fall erfolgreich getan, sonst würdest Du Dich ganz GENAU erinnern:-). Das mit dem Blog kann ich gut verstehen… Liebe Grüsse Andrea

  11. Ich würde sagen, es kommt drauf an, was es ist und wer und wie man ist, liebe Andrea. 🙂

    Liebe Grüße,
    Martina

  12. liebste andrea
    genau deine gedanken gingen mir auch im kopf herum, wenn ich zb an meine schokosucht denke :-). ich hab nicht immer die disziplin, 2 stückchen zu essen und dann aufzuhören.dann lieber gar nichts, um nicht in versuchung zu kommen.
    aber als es zb um die gewohnheit ging, mehr zu fuß zu gerhen und weniger bus zu fahren um meine kondition stück für stück aufzubauen und v.a mein e faulheit gegen motivation einzutauschen…da waren und sind schritte nötig.
    gerade versuche ich meine gewohnheiten abzulegen, immer gleich hektisch bei zeitdruck zu werden. das geht auch nur schrittweise :))))
    alles liebe von herzen

    babsi

    • Liebste Babsi, ja bei Schokolade geht bei mir auch am Besten, alles oder nichts:-). Und beim Sport brauche ich auch eine gewisse „Routine“, sodass ich gar nicht drüber nachdenke, ob ich Sport mache oder nicht… Aber da braucht es natürlich den Aufbau, so wie Du es auch beschreibst… Manche Dinge verändern wir mit der Erfahrung Stück für Stück und das ist auch in Ordnung. Herzlichste Sommergrüsse Andrea

  13. Ulf Runge

    Liebe Andrea,
    das Abgewöhnen geht für mich auch am besten SOFORT und VOLLSTÄNDIG.
    Am besten man tauscht eine „schlechte“, unerwünschte Gewohnheit gegen eine „gute“, gewünschte.
    Das dauert aber. 30 Tage mindestens sagt z.B. Steve Pavlina. Das kann ich bestätigen. Kohlensäurehaltiges Wasser zu meiden, ging sofort. Trotzdem hatte ich in der Kantine in den ersten Tagen ein kohlensäurehaltiges Getränk auf dem Tablett. Weil das Unterbewusstsein auch weiterhin aus dem gleichen Fach wie bisher eine Flasche mit dem gleichen Etikett wie bisher greifen wollte.
    Deshalb: Dieses tolle Foto passt. Fürs treppenweise Angewöhnen guter Gewohnheiten.
    Liebe Grüße,
    Ulf

    • Lieber Ulf, schön dass Du den „Link“ zum Treppenbild erwähnst; so war es gemeint… 30 Tage dauert es, sich etwas abzugewöhnen? Mmh, ich habe schon mehrmal über 30 Tage keine Schoko-Kekse gegessen und trotzdem wieder angefangen… was ist da wohl schief gelaufen?:-) Liebe Grüsse Andrea

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