Gedankenkarussell – Schau, entdecke und staune!

Viele Jahre habe ich mitten  in einem Tourismus-Gebiet gewohnt und mit vielen vielen Touristen zu tun gehabt, netten, nervigen, neugierigen, gelangweilten, unfreundlichen, unverschämten und wertschätzenden… Der „treue“ Leser erinnert sich an meine Kundengeschichten:-). Und ich bin natürlich auch selbst jedes Jahr irgendwo als Tourist unterwegs gewesen. Kürzlich las ich in der „Happinez“ einen Artikel mit der Überschrift:

Schau, entdecke und staune!

Wir können auf Entdeckungstour in ferne Länder gehen und faszinierende Dinge erleben. Genauso spannend ist alerdings eine Reise zu unserem inneren Selbst. Und die erfordert mitunter noch viel mehr Mut, denn dort wartet das spannendste Abenteuer auf uns: die Begegnung mit dem eigenen Ich.“

Da schreibt ein Professor namens Jaap Lengkeek über den Tourismus,

„dass der Tourismus uns eine Mischung aus Spass, Spiel, Kindlichkeit und Aufgeschlossenheit bietet. Wenn wir in die Ferien fahren, wird unsere Welt auf den Kopf gestellt. Wir verlassen das Hamsterrad alltäglicher Gewohnheiten. Plötzlich eröffnet sich eine Spielfläche, eine Welt, weit weg von der vertrauten Umgebung. Eine Welt, die nur darauf wartet, erobert zu werden. Hier gibt es Raum für Neugier und Forscherdrang. Für Langeek ist der Tourismus eine Art Rückkehr in die Kindheit.“ […] „Laut Langkeek hat die ganze Tourismusindustrie nur einen Sinn:  Sie hilft Reisenden dabei, loszulassen und Abstand vom Alltag zu gewinnen. In sicherer Umgebung können Touristen wieder zu Kindern werden und genauso aufgeschlossen und neugierig um sich schauen. Und wer sich auf dieses Abenteuer einlässt, der wird automatisch anfangen, zu entdecken.“

„Es gibt fünf Typen von Touristen, die wir als Entwicklungsphasen interpretieren können. Sie unterscheiden sich darin, wie stark man Bindungen eingeht, wie sehr man sich auf die Dinge einlässt, denen man begegnet. Die erste Phase ist die der oberflächlichen Vergnügungen. Als Touristen sind wir nur daran interessiert, Spass zu haben, wenn wir z.B. eine Woche mit Freunden in den Süden fahren. Die zweite Phase ist der Veränderung gewidmet: Wir reisen, um uns entspannen zu können, um dem Alltag zu entkommen und Abstand zu gewinnen. […] In der dritten Phase brechen wir auf, um die Welt zu sehen. […] In der vierten  Phase macht alles einen intensiven Eindruck auf uns, und wir erlauben es uns selbst, tief bewegt zu sein. […] Und in der fünften Phase engagieren wir uns. Wir helfen vielleicht dabei, ein Heim für spanische Strassenhunde zu bauen. Wir sind so tief berührt, dass wir keine Wahl haben – wir müssen handeln.“[…]

Und nun die Verbindung zu der Reise ins Innere: „Wenn wir also durch unser Leben reisen wie Touristen, wie neugierige und begeisterte Besucher in unserem eigenen, tiefen Sein, dann wird unser Leben zu einem einzigen grossen Abenteuer. Holen Sie die Fähigkeit, zu staunen, wieder in Ihr Leben.

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8 Kommentare

Eingeordnet unter Blickwinkel, Gedankenkarussell, Leben, Menschen, Motivation, Philosophieren, Reisegeschichten, Veränderung, Wahrnehmung

8 Antworten zu “Gedankenkarussell – Schau, entdecke und staune!

  1. Habe auch den Artikel in Happinez gelesen. Und es stimmt. Wenn man reist, ist man frei und kann sich auf viele neue Dinge einlassen. Das ist spannend. Ohne Reisen könnte ich nicht leben. Ich brauche den Tapetenwechsel.

  2. ein wunderbarer post, liebe andrea. wie beim reisen in die ferne muss man auch bei der reise zu sich, gewohnheiten ablegen, veränderungen zulassen, seine toleranzschwelle überschreiten. dafür wird man belohnt, durch vielfältige begegnungen, eindrücke und erlebnisse. es ist eine reise ohne ende, das hoffe ich für mich.
    den artikel in happinez werde ich mir fürs wochenende aufheben. lieben gruß von sabine

  3. „…. denn dort wartet das spannendste Abenteuer auf uns: die Begegnung mit dem eigenen Ich….“

    Diesen Satz kann ich nur unterstreichen. Aber dazu braucht es nicht unbedingt eine Reise in die touristische Welt, bleib bei dir selbst und umgib dich mit Stille.
    —-
    Stille

    Die Dunkelheit der Nacht
    deckt vieles zu.
    Doch schau genau
    und lange hin –
    Und staune was du siehst.

    Die Stille in der Nacht
    hüllt alles ein.
    Doch hör genau
    und lange hin –
    und staune was du hörst.

    Die Dunkelheit ist hell
    die Stille laut –
    Drum sei bereit
    zu hör’n, zu sehn
    welch Wunder birgt die Nacht!
    (c) W.B.
    ——–
    Und ein zweiter Gedanke fällt mir dazu ein: staunen über das was einen umgibt und über sich selbst…
    (Ich weiß nicht, ob ich das hier schon einmal gepostet habe… aber wenns so ist, gilt auch hier: wiederholtes prägt sich besser ein.):
    ——-
    Ich sitze manchmal einfach da
    und schau empor zum Himmel
    seh Wolken kommen und gehen,
    seh wie sie aus nichts entstehen
    und wie sie wieder vergehen….

    Ich sitze manchmal einfach da
    und schaue hinein im mich
    da gibt es recht viel zu entdecken,
    auch wenn ich’s versuch zu verstecken,
    da sind sie die Kanten und Ecken….
    @ w.b. 23-07-06
    ——-
    Aber, damit kein falscher Eindruck entsteht: Begegnung mit dem eigenen Ich geschieht nicht nur beim still dasitzen.
    Reisen und die Begegnung mit der Welt können natürlich auch dazu beitragen.

    Abschweifende Grüße
    Werner

    Werner

    • lieber werner, deine zeilen sprechen mir aus der seele. vielen dank dafür. lieben gruß von sabine

    • Lieber Werner, wieder 2 von Deinen schönen Gedichten, DANKE! Ja, auch in der Stille finden wir zu uns, das ist wohl wahr und in der Begegnung auch. Und wer reist, um vor etwas zu fliehen, der schleppt es entweder mit an den neuen Ort oder findest es eben wieder, wenn er zurückkommt…UND noch was, man kann auch zuhause Tourist sein und die Gegend vor der Haustür erkunden:-)… Immer wieder staunende liebe Grüsse Andrea

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