Was ist eigentlich Coaching?

Wie ich bereits hier schrieb, war ich am Donnerstag auf der Messe „Zukunft Personal“ und habe dort mit einigen Kollegen kostenlose Kurzcoachings angeboten. Ich hätte nicht gedacht, dass das soviel Zuspruch findet – die meisten Menschen haben auf Messen doch keine 20-30 Minuten Zeit… denkste. Als Besucher traf ich auf die unterschiedlichsten Menschen; junge Leute, die auf Jobsuche waren; Interessierte an persönlicher Weiterbildung; Trainer-und Coach-Kollegen und Personaler auf der Suche nach Input für ihr Unternehmen, ihren Job. Sehr abwechslungsreich und sehr spannend. Und genauso abwechslungsreich und spannend waren auch die Coaching-Sessions:

Da war dieses nette junge Mädchen, dass mit den Worten begann: „Ich möchte das mal ausprobieren…“. Ja klar, gern. Was ist denn Ihr Thema? „Äh, ich weiss nicht, schlagen SIE doch mal was vor.“  – nun ja, mein Ausbilder sagte immer „Ohne Kopp kein Passbild – ohne Ziel/Thema/Auftrag kein Coaching.“ Sie erzählte dann von einem Bewerbungsgespräch, bei dem sie sich von den Fragen „total durchlöchert“ gefühlt hätte. Auf meine Frage, wie sie sich stattdessen fühlen wolle, anwortete sie „Nicht durchlöchert.“ Ich erklärte ihr den Vorteil von positiv formulierten Zielen… und wir hatten dann ein gutes Gespräch, ob es ein Coaching war, vermag ich nicht zu beurteilen. Sie hat sich auf jeden Fall nachher sehr herzlich bedankt.

Ein älteres Paar kam sehr schwungvoll auf mich zu. ER sagte zu mir: „SIE möchte ein Coaching, ich halte sehr viel von NLP.“ Und zu IHR sagt er:“ Und Du nimmst dann das Thema, das wir besprochen haben!“ Sie nickte brav, lächelte mich an und ich konnte es mir nicht verkneifen, SIE freundlich lächelnd zu fragen:“ Sie sind schon  freiwillig hier, oder?“ Sie lächelte weiter und bestätigte noch einmal, dass ER will, dass Sie das Coaching macht. Ich klärte sie dann auf, wie und warum es wichtig ist, dass das Thema etwas ist, dass auch SIE besprechen, klären, verändern, lernen will. Sie nickte und los gings. Sie war eine wunderbare ausdrucksvolle Frau mit langen weissen Haaren, Ärztin wie sie erzählte, sie hatte einen wunderbaren Dialekt (ich vermute ungarisch) und ER war ihr Bruder, was sie extra betonte.

SEIN Thema war unser Ausgangspunkt, und ich fragte sie erst einmal, ob ihr Verhalten, was IHN so stört, auch sie selbst störe. Nein, das störte sie nicht besonders, doch durch meine Fragen kamen wir dann der eigentlichen „Sache“ auf den Grund… es hatte etwas mit ihrer Rolle als grosse Schwester zu tun und wir haben uns ein bisschen mit ihr als 12 jährigen „beschäftigt“. Ich vermutete, dass sie sich nicht einfach so von jemandem etwas sagen lassen würde, also  schlug ich ihr vor, als sie selbst als die Frau, die sie heute ist, mit all ihrer Lebenserfahrung ihrem 12jährigen Ich das zu sagen, was sie selber glaubte, was die Kleine brauchen könne…und das war ganz wundervoll; an ihrem Gesicht und ihrer immer mehr entspannten Körperhaltung konnte ich erkennen, dass sich da wirklich etwas sehr positiv veränderte.  Als ich sie am Ende fragte, wie es ihr jetzt ginge, hatte sie ein bezauberndes fröhliches Lächeln auf dem ausdrucksvollen Gesicht und strahlte:“Ich spüre jetzt eine grosse Wärme in mir, die vorher nicht da war.“ … DAS sind mindestens die Momente, in denen ich meinen Beruf so sehr mag…

Fortsetzung folgt…

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15 Kommentare

Eingeordnet unter Blickwinkel, Coaching, Leben, Lieben, Menschen, NLP, Visualisieren, Wahrnehmung, Werte, Ziele

15 Antworten zu “Was ist eigentlich Coaching?

  1. Das hast Du sehr interessant beschrieben und Deine Ausführungen lassen einen guten ersten Einblick darauf zu, was Coaching sein kann.
    Herzliche Grüße von:
    Beate

  2. Mich hat das jetzt auch neugierig werden lassen 🙂

  3. Sehr interessant, was immer beim Coaching hervorkommt. Ich habe auch ein Coach, sie ist zwar gleichzeitig eine langjährige Freundin, aber manchmal hilft das auch. Sie hat ja gelernt, wie man coached und so weiss ich ihre Hinweise immer zu schätzen!

    • Liebe Susanne, herzlich willkommen auf meinem Blog. Wenn die gute Freundin zum Coach wird, dann ist es ja ganz besonders schön und hilfreich… Liebe Grüsse Andrea

  4. Das klingt wunderbar, liebe Andrea.
    Sehr eindrucksvoll.

    Liebe Grüße,
    Martina

  5. So schön kann also deine Arbeit sein. Das ist wundervoll.
    Auf die Menschen eingehen, das ist wohl das Geheimnis.
    Danke für diese schöne Geschichte ♥

  6. Klar, Namen sind tabu und die genauen Themen auch… Danke Dir. LIebe Grüsse Andrea

  7. hallo du liebe 🙂
    über die macht der positiv formulierten sätze kann ich selber ein lied singen und ich bin schon etwas stolz, dass ich schon mehr daran denke.
    ich selber kenne zwar diese art von coaching aber habe es ja nur in der ausbildung kurz erfahren. ich glaube, schon innerhalb kurzer zeit kommt man auf ganz viel wesentliches drauf und wenn der coach auch noch gut ist….(Davon geh ich bei dir stark aus)
    spannend, deine geschichten :))))
    herzlichste sonnengrüße aus dem 23grad warmen wien von babsi
    ps: mail folgt auch noch

    • Liebste Babsi, ja auf die Formulierung kommt es oft an. Und oft kann ich im Coaching schon an Sprachmustern und Bildern in der Sprache einiges über den Klienten erkennen und es ihm wiederspiegeln… Danke für Dein Vertrauen in meine Fähigkeiten als Coach! *freu*… Hab ein schönes Wochenende und geniesst das schöne Wetter, hier regnet es… Liebste Grüsse Andrea

  8. Pingback: Was ist eigentlich Coaching – Fortsetzung | Wie es Euch gefällt

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