Gedanken zum Herbst

Der Oktober ist mein Monat und ich mag den Herbst mit seinen bunten wundervollen Farben und dem raschelnden Laub. Die Sonne wärmt noch tagsüber und abends macht es Spass, sich einzukuscheln…

Zu meinen Fotos „Herbst an der Nordsee“ habe ich jetzt noch ein schönes Herbstgedicht gefunden, das ich noch nicht kannte:

Herbst

Was unscheinbar
das ganze Jahr
die Arbeit tat,
das Laub, das Blatt,
erblüht und glüht
in lang verborgner Farbenpracht
.

Der Einzelne,
der Baum
nimmt seine Kraft an sich,

Läßt los, gibt ab,
damit das Blatt
in Schönheit zu sich selbst erwacht.

Des Frühlings Liebesblühn ist längst getan,
hat seinen Zweck schon früh erfüllt gehabt.
Der Herbst blüht nicht „um zu“,
gibt Schönheit , rein sich selbst zu offenbarn.

Was unscheinbar
das ganze Jahr
die Arbeit tat,
das Laub, das Blatt,
erblüht und glüht
in lang empfangner Sonnenpracht .

Der Einzelne, der Baum,
zieht sich zurück auf sich,
schließt ein, verwahrt,
Vermächtnis für die Zeit,
die nach dem Winter naht.

Das Laub indess erstrahlt so festlich schön:
als Kleid der Braut, die aufbricht heim zu ziehn,
zum Grund von dem sie kam,
als Lobpreis jener Macht die ihr entgegen geht.

Herbstliches Blüh´n!
Es tut gut dich zu seh´n.

1984 Jochen Sonn

Herbstlich geschmücktes Haus

Blick auf die Wattseite

Blick auf die Seeseite

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21 Kommentare

Eingeordnet unter Blickwinkel, Leben, Philosophieren, Reisegeschichten, Wahrnehmung

21 Antworten zu “Gedanken zum Herbst

  1. Was für ein schönes Sprachspel „Herbstliches Blüh’n“ und dazu das schöne Bid vom „blühenden“ Haus.
    Gefällt mir sehr gut!

  2. Da rennst du bei mir sozusagen offene Türen ein, liebe Andrea, was den Herbst und den Monat Oktober angeht. 🙂 Einfach nur schön.
    Das Gedicht gefällt mir auch sehr gut. Und die Bilder dazu. Schöön. Das Haus ist ja so toll.

    Buntherbstliche Grüße,
    Martina

    • Das freut mich, zu lesen, liebe Martina, hab ich ja auf Deinem Blog auch schon bemerkt… Das Gedicht hat mich besonders gefreut wegen dieses Herbstlichen Blühens und weil ich es noch nicht kannte und ich glaube, es ist auch nicht so bekannt, also vielleicht mal ein neuer alter Impuls:-)… Herbstbuntegrüsse zu Dir zurück, Andrea

  3. ein schönes bild, dass die fleissigen blätter uns im herbst ihre wahre schönheit zeigen. von allen blumen sind mir die dahlien und zilla im herbst die liebsten. genießen wir die zeit, liebe andrea!

    • Liebe Sabine, das hat mich an dem Gedicht auch so gefreut, denn die Blätter im Herbst sind wirklich unglaublich schön… Geniessen wir die Zeit, auch wenn es jetzt empfindlich kalt geworden ist, bei Euch hat es sicher schon geschneit, oder? Liebe gemütlich-mach-Grüsse Andrea

  4. „das Laub, das Blatt,
    erblüht und glüht
    in lang empfangner Sonnenpracht.“
    herbstlich rot
    Ja, Der Herbst zaubert auch dieses Jahr wieder.

    herbstliche Grüße
    Werner

  5. Hallo Andrea,
    das Gedicht gefällt mir sehr gut und auch die Fotos 🙂 Der Herbst ist übrigens auch mein Monat. Ich kann mich noch gut erinnern, als wir früher an meinem Geburtstag eine Schnitzeljagd durch den Herbstwald gemacht haben. Überall hat das Laub geraschelt und wir haben uns in den Blättern eingegraben, damit uns die Nachfolger nicht so leicht entdecken 😀
    Viele Grüße,
    Sibylle

    • Liebe Sybille, schön von Dir zu lesen. Und schöne Erinnerungen teilst Du hier mit uns… das raschelnde Laub – da kann ich heute noch immer nicht widerstehen, da muss ich reinlaufen und reinkicken und es hochwirbeln und mal so richtig durchrascheln:-)… Liebe Grüsse Andrea

  6. Oh, ich liebe den Oktober auch. Und wenn ich so einen wunderbaren Beitrag lese, dann weiß ich auch wieder, warum das so ist. 🙂

    Und bei den Fotos fällt mir ein… ein paar Tage Nordsee wären ganz nett. 😛

    • Liebe Weibswort, schön dass Du hierher gefunden hast, herzlich willkommen. Freut mich, dass Du den Oktober auch so magst… Ja ein paar Tage Nordsee sind immer so erholsam und schön… Liebe Grüsse Andrea

  7. Allen die den goldenen sonnigen Oktober mögen, aber auchallen, die sichüner trübe regnerische Oktobertage ärgern, sei gesgt:
    „Wie könnte der Garten lachen, wenn die Wolke nicht weint?“
    (Rumi / Mevlana)
    🙂

    • Lieber Werner, da fügst Du wieder das Bild zu einem ganzen, danke. Weinen tut die Wolke hier noch nicht, aber kalt ist es geworden, so richtig kalt… ein bisschen schnell von letzter Woche mit 26 zu jetzt gestern abend 2 Grad, jetzt heisst es, warm anziehen:-). Liebe Grüsse aus dem Warmen, Andrea

  8. Das ist ja ein richtig schönes Herbstgedicht.
    So einfühlsam.
    Und deine Fotos passen bestens dazu.
    Wir haben immer noch einen herrlichen goldenen Oktober.

    • Liebe Bärbel, das freut mich, dass es Dir auch gefällt. Ich fand es so „unverbraucht“ und so positiv über den Herbst, das mag ich. Und das Wetter war ja wirklich auch ein Traum… Jetzt ziehen wir uns halt warm an und können endlich unsere Kuschelpullover und Schals wieder tragen:-). Liebe Grüsse aus der warmen Stube mit einem Becher Tee, Andrea

  9. Hase

    Liebste Andrea,
    danke für dieses schöne Gedicht und die schönen Bilder. Ich habe gestern die Kraniche über unserem Haus fotografieren können . Immer wieder ein schönes Naturerlebnis….
    http://www.eigentliches.com/2012/10/kranichzug/
    Ganz liebe Grüße
    Erika 🙂

    • Liebste Erika, sehr gern geschehen, teile ich doch gern positive und schöne Gedanken mit Euch hier:-). Zu Deinen tollen Bildern habe ich dort schon kommentiert. Schön, dass Du hier warst. Alles Liebe Andrea

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