Selbstverständlich! Selbstverständlich?

Durch meinen Unfall und die körperlichen Einschränkungen habe ich auf viele Dinge jetzt einen anderen Blickwinkel bekommen. Schuhe anziehen oder ausziehen ist doch selbstverständlich! Ist es das? Nun, mit einem kaputten Rücken ist es alles andere als selbstverständlich und zum Glück hab ich den Liebsten, der mir dabei und bei noch vielen anderern „Selbstverständlichkeiten“ liebevoll und geduldig geholfen hat. Vom Sitzen aufstehen ohne Schmerzen ist doch selbstverständlich! Nein, meine Selbstverständlichkeit war, dass ich manchmal eine Viertelstunde länger als nötig auf einem gewissen Örtchen sass, aus lauter Angst vor den stechenden Schmerzen beim Aufstehen… Wenn was runterfällt, dann hebe ich es wieder auf, ist doch selbstverständlich! Nein, wenn was runterfällt und Du Dich nicht bücken kannst, dann bleibt es liegen… bis jemand kommt und es für Dich aufhebt. (Es sei denn, Du hast diese super Spaghetti-Zange, damit kann man wirklich sehr vieles aufheben:-) )

Ich habe mal einen Bericht darüber gesehen, wie jungen Leuten durch körperliche Beschwerungen simuliert wurde, wie es wäre, alt und nicht mehr so beweglich zu sein. So lernten die jungen Leute z.B., wie es ist, über eine Ampel zu gehen, wenn man nicht schnell genug ist, sie bei grün ganz zu überqueren usw. Wie schwer alles fällt und wie lange es dauert. Ich fand das schon in dem Film höchst beeindruckend. (hier habe ich einen Zeitungsbericht über ein ähnliches Projekt gefunden)

Und so kam ich mir auch vor; alles ging langsam, beschwerlich und vieles ging eben einfach GAR NICHT oder nicht allein. Mir ist noch nie vorher aufgefallen, in wie vielen Restaurants die Toiletten Treppe rauf oder runter sind… Mir ist vorher nie aufgefallen, wie entscheidend es sein kann, wie hoch so eine Toilette angebracht ist und wie viele sehr niedrig sind. Der Rollstuhl, der mir im Krankenhaus angeboten wurde, war so niedrig, dass ich weder rein noch rausgekommen wäre… Krankenhausbetten sind übrigens hautpsächlich so superbequem, weil sie so hoch sind und man sich gut auf die Bettkante setzen kann.

Sämtliche Sätze mit: „ich mach mal grad, ich hol mal grad…“ liefen ins Leere. Wenn ich im Bett lag, konnte ich mich nicht einmal beugen, dass ich das Buch auf dem Fussboden greifen konnte. Das musste mir immer auf den Nachtisch oder ins Bett gelegt werden. Mit der Zeit wird man erfinderisch und organisiert sich einfach besser.

Im Urlaub hatten wir schon morgens unsere Routinen mit Duschen, anziehen helfen, Schuhe so anziehen und schnüren, dass ich sie nachmittags selber wieder abstreifen konnte, alles in „Greif-Höhe“ legen, die Kissen auf eine bestimmte Weise ins Bett legen… Zum Glück hatte das Ferienhaus einen Fahrstuhl, Treppen gehen war nämlich auch NICHT selbstverständlich. Das Gefühl, ständig um etwas bitten zu müssen, war ungewohnt und auf Dauer wirklich nicht schön. Obwohl ich es ja nicht machte, weil ich faul war oder jemanden rumschikanieren wollte – auf Dauer fühlte ich mich nicht besonders wohl damit; auch wenn der Liebste mir glaubhaft versicherte, dass er es doch gern mache für mich. Wir hatten teilweise auch viel Spass dabei und haben vieles  mit Humor genommen. (Und so oft hat er mich noch nie an- und vor allem ausgezogen:-) ). Und dennoch: ein Gefühl der Abhängigkeit konnte ich manchmal nicht komplett verhindern; und das passierte mir, die es gewohnt ist, selbständig zu sein. Eine echt wertvolle Erfahrung (die ich aber nicht noch einmal machen muss:-) ).

Eines Abends, ich hatte mir bequemerweise schon ein Nachthemd angezogen und eine Strickjacke darüber, dazu warme Puschen, denn frieren war und ist noch immer schlimm… Und als ich dann so bekleidet über den Flur in unserer Ferienwohnung schlich-beim langsamen Gehen waren die Schmerzen gering und ich brauchte immer zwischendurch ein wenig Bewegung- da fühlte ich plötzlich, wie es wäre, alt zu sein und nicht  mehr so zu können, wie es für mich selbstverständlich war… Mein Liebster sah mich an und spürte das irgendwie. Er nahm sich spontan einen Stuhl, lehnte sich auf die Lehne und schob ihn langsam – wie einen Rollator – vor sich her und folgte meinen langsamen Schritten… Wir mussten unglaublich lachen, weil es so eine Situationskomik war und ich wusste, mit diesem Mann an meiner Seite wird sogar älter werden Spass machen…und das ist auch alles andere als selbstverständlich!

maewest_

Alt werden ist nichts für Feiglinge.
Mae West

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30 Kommentare

Eingeordnet unter Blickwinkel, Gedankenkarussell, Leben, Lieben, Menschen, Reisegeschichten

30 Antworten zu “Selbstverständlich! Selbstverständlich?

  1. Das ist sehr wertvoll, was Du hier schreibst und es geht mir sehr tief!
    ♥ Beate

  2. liebste andrea
    du schreibst mir von der seele. auf meinem blog war ja auch schon der eine oder andere beitrag zu diesem thema selbstverständlichkeit und selbstständigkeit.ich kanns gut nachvollziehen.
    es ist schon toll, was es für hilfen gibt, wie eben deine erwähnte zange.allein in der küche gibt es unzählige davon, zb besitz ich auch einen einhanddosenöffner. leider sind diese hilfen nie ganz billig aber es lohnt sich.
    diese simulationsübungen kenne ich auch.wir mußten in der schule mal einige stunden im rollstuhl verbringen….

    mein schatz ist auch überrascht, wieviele stufen es gibt, die ihm früher ohne mich nicht aufgefallen wären und wie viele gebäude, die alles andere als barrierefrei sind.

    übrigens, ich geh fast immer noch bei rot über die strasse, die ampelphasren sind zum teil wirklich zu kurz und deswegen fang ich nicht an zum rennen. einmal gabs für mich ein extra hupkonzert, das war witzig.

    es geht wirklich leichter, wenn man liebe unterstützung hat und auch den humor einfließen läßt.diese kombination wirkt wunder und lachen tut einfach gut. und: es dauert ja nicht mehr lange und du flitzt wieder durch das schöne düsseldorf :)))

    danke für den schönen bericht ♥ und weiterhin gute besserung!!!!

    babsi

    • Liebste Babsi, ja an Dich hab ich auch oft gedacht in letzter Zeit.Danke für die Erfahrungen, die Du hier mit uns teilst. Ja mit Humor und Liebe geht „alles“ sowieso viel leichter… und wenn man mal einen Moment lang nicht lachen kann, dann weiss man trotzdem, dass so ein Moment wieder kommen wird… Dir auch gute Besserung, alles alles Liebe Andrea

      • naja, ich bin ja mobiler, als du es zu der zeit warst:-)) trotzdem kann ich es gut verstehn.auch das thema hilfe anzunehmen ist nicht so ohne.wenn man es nie gelernt hat. bzw ist ja auch noch unser guter alter egostolz von der partie. außerdem ist hilfe geben nicht immer hilfe geben wenn du weißt, was ich meine. aber im fall deines liebsten ist das wieder ganz anders ♥ in guten wie in schlechten zeiten..
        liebste grüße von babsi

        • Ja, liebste Babsi, das bist Du – zum Glück! Danke für Deine Gedanken dazu, die ich jetzt gut nachvollziehen kann… Hilfe ist nicht gleich Hilfe – die Haltung dahinter ist entscheidend, wie man sie annehmen kann… Bei meinem Liebsten konnte ich mich gestern ein Stück weit revanchieren, er kam früher von der Arbeit, weil es ihm gar nicht gut ging und dann hat er sich von mir pflegen lassen und heute ist er wieder fit und am arbeiten… In guten und in schlechten Zeiten und einer für den anderen… Herzlichste Grüsse Andrea

  3. Was Du beschreibst, kann ich 1:1 bestätigen. Und es freut mich sehr (!), dass die Dauer bei Dir absehbar ist. Wenn man sowas in eigentlich gesunden Jahren monatelang erlebt und sogar mehr und mehr auf Hilfe angewiesen ist, dann stellt sich irgendwann schon sowas wie Verzweiflung ein. Weil man sich total nutzlos und anderen nur noch zur Last fallend fühlt.

    Diese Anderen können noch so oft beteuern, dass sie gern helfen und dass es ihnen nichts ausmacht. Wie Du schreibst: Wenn man es gewohnt ist, selbständig zu sein, alles selbst zu regeln, dann ist allein schon diese Hilfsbedürftigkeit grausam. Von den eigentlichen Ursachen, die das hervorrufen, einmal ganz abgesehen.

    Womit Du genauso recht hast, ist, dass man sehr erfinderisch wird. Ooooh ja! 😉 Ich sage immer, wenn es sehr viele Probleme gibt, so gibt es meist für 95 Prozent auch Lösungen und die restlichen fünf Prozent waren nicht so wichtig. Allerdings sind in den 95 Prozent Lösungen mindestens 80 Prozent helfende Hände enthalten. Und das sind leider nicht die eigenen. Das kann schon ziemlich frustrieren.

    Dir weiter gute und schnelle Besserung, liebe Andrea! Es reicht jetzt, hm?! ;o)

    • Ja, liebe Tina, ich kann Dich gut (!) verstehen.Und ich bin echt froh, dass ich mittlerweile wieder ganz gut allein klar komme… Genau, auch wenn jemand von Herzen gern hilft – für den, der ständig um Hilfe bitten muss, ist es auf Dauer alles andere als angenehm (klingt undankbar, natürlich ist es TOLL, wenn Menschen gern und von Herzen helfen und dafür bin ich zutiefst dankbar). Ja, ich weiss, dass ich in einigermassen absehbarer Zeit wieder schmerzfrei sein werde und alles verheilt sein wird, auch dafür bin ich natürlich sehr dankbar. Ja, es reicht jetzt, auch wenn es täglich aufwärts geht, gewisse Schmerzen lassen jedoch noch immer nicht nach und neue Verspannungs-Schmerzen kommen hinzu… und wenn ich mich dann umschaue, was „andere“ so haben,dann werd ich wieder ganz still und zufrieden und schluck halt noch ne Schmerztablette… Du weisst, was ich meine… Gute Besserung an alle, die krank sind, von Herzen, Andrea

  4. Andrea, ich bekomme es teilweise am eigenen Körper, aber überwiegend am Körper meiner Mutter vorgeführt, wie es ist, wenn man nicht mehr allein kann. – Ich dürfte mir in meiner Wohnung (zwei Treppen, niedrige Toilette und viele andere Unmöglichkeiten) so einen Unfall gar nicht vorstellen, da ich keine helfenden Hände hätte – und wenn, dann nur bedingt, denn die Sohneshände wohnen viele km entfernt, auch Freundinnenhände sind nur bedingt direkt greifbar. – Aber da ich ja nicht auf die (weiße) Piste gehe, kann mir ja niemand ins Kreuz fahren, höchstens ins verlängerte Kreuz treten.

    • Liebe Clara, hihi, ich mag Deinen Humor sehr… so hab ich das noch gar nicht gesehen, dass ich sozusagen einen (Ski)-Schuh ins verlängerte Kreuz bekommen habe…na wofür das wohl gut war:-)? Ja, das mit Deiner Mutter ist bestimmt auch etwas, dass Dich sehr nachdenklich macht… Ich kann für mich sagen: man wird toleranter und dankbarer, wenn man sowas mal erlebt hat… Ich hoffe, das hält auch nachher noch an;-) Liebe Grüsse Andrea

      • Andrea, du schreibst „man wird toleranter und dankbarer“ – ja auch, aber besonders verändert hat mich das Begleiten meines Lebensgefährten die 3 Monate bis zu seinem Tod. Es war zwar schon 1996 und er erst 52 und die Zeit war schrecklich – aber sie hat mich in gewisser Weise positiv verändert.

        • Liebe Clara, danke für Deine Offenheit – das wussste ich nicht… das „so etwas“ verändert, das kann ich gut nachvollziehen…Schön, dass Du im Nachhinein auch etwas Positives für Dich herausziehen konntest… Liebe Grüsse Andrea

  5. „Und dennoch: ein Gefühl der Abhängigkeit …..“
    Ich habe das – zumindest in dieser Intensität – zum Glück noch nie am eigenen Leib erfahren müssen. Aber ich habe durch den Umgang mit einem Menschen in meiner Umgebung gelernt, nicht vorschnell zu helfen, wenn er etwas nicht so gut oder nicht so schnell selbst erledigen kann. Und dieses Sich-zurückhalten kann manchmal auch viel Selbstbeherrschung bedeuten.
    Dem anderen so viel Selbständigkeit wie nur irgend möglich zu lassen und ihm dadurch das Gefühl der Abgängkeit zu ersparen, darum sollten wir uns bemühen.
    Auf der anderen Seite ist es aber auch wichtig zu lernen, sich helfen zu lassen.
    Ich wünsch dir, dass du so viel Hilfe bekommst und auch zulassen kannst, wie du brauchst.

    • Lieber Werner, da schreibst Du was sehr sehr Wahres… zu schnell helfen, kann jemanden noch abhängiger machen, als er es eh schon ist… Je länger jemand selbständig ist, desto „fitter“ bleibt er, weil er sich um sich kümmern muss. Wenn das nicht mehr geht… dann werden wir sehr schnell alt.
      Und auf der anderen Seite ist es auch so, wie Du sagst: Hilfe annehmen zu können und darum zu bitten, das will auch gelernt sein… puh, gar nicht so leicht immer… Ich habe sehr viel Hilfe bekommen und bin gleichzeitig sehr stark darauf aus gewesen, schnellstens wieder selbständig alles tun zu können. Heute konnte ich mich beim Sitzen sogar schon anlehnen (bisher sass ich ganz gerade auf der Stuhlkante, am besten auf einem Kissen, anlehnen ging gar nicht), es geht voran und das lässt mich manchmal die Schmerzen leichter ertragen…Liebe Grüsse Andrea

  6. so lange man gut klar kommt und schön beweglich ist, ist alles ok, aber wehe, es kommt mal anders, da muss man viel lernen und schön ist, man hat einen lieben Partner an der Seite, beste Grüße, Klaus

  7. erika

    Liebste Andrea,
    danke für Deinen Bericht, der mich auch sehr berührt. Ich habe durch meinen Neffen gelernt, dass nichts „selbstverständlich“ ist. Er lebt schon 20 Jahre mit nur einem Bein, mit 14 hat der durch den Knochenkrebs sein krankes Bein verloren, kann keine Protese mehr tragen (ich habe von ihm schon früher berichtet ) Er ist Architekt und hat gelernt, mit seinen Krücken zu leben , zu arbeiten, zu verreisen , zu lachen. Niemals hab ich ihn klagen gehört oder jammern. Er fotografiert sogar und kann mittlerweile auf einem Bein stehen. Auch die Treppen kann er ganz schön schnell besteigen. Das Auto wurde umgebaut. Ich habe ihn noch nie jammern oder klagen gehört. ER ist ein großes Vorbild für uns. Ich wurde vor zwei Jahren an meiner Schulter operiert, letzten Herbst hatte ich Einschränkung am kleinen Zeh. Da merkte ich bereits, wie zufrieden man doch sein kann, wenn man alles ohne Hindernisse bewältigen kann . Und trotzdem habe ich Tage, an denen mir es nicht so wohl ist. Aber schnell kann ich wieder umschwenken, so wie jetzt, wenn ich Deinen ehrlichen Beitrag lese. Ich bin viel zufriedener und dankbarer geworden. Heute nach meiner Qi-Gong -Stunde bin ich in den verschneiten Weinbergen spazieren gegangen und habe fotografiert. Ich war plötzlich so zufrieden und ganz ruhig. Das ist ein Geschenk, sich zu bedanken , wenn man gesund ist und die KRaft bekommen, auch zufrieden mit einer Krankheit leben zu können . .Ich habe diese Woche in einem Interview von einem sehbehinderten Sporttrainer ein schönes Zitat gemerkt:
    „“Die Krankheit muss mit mir leben und ich nicht mit ihr“ . Trotzdem die Lebensfreude aufrechterhalten so wie Du auch und das Beste daraus machen. Ich wünsche Dir von ganzem ♥ gute Besserung und gute Fortschritte. Und immer eine Prise Humor.
    Liebe Grüße
    Erika
    (das ist jetzt grad wieder aus mir rausgeflossen alles…… )

    • Liebste Erika, ja das hab ich gespürt, dass das alles so aus Dir rausgeflossen ist… Und Dein Neffe, von dem Du schon geschrieben hattest an anderer Stelle, hat meinen höchsten Respekt!!! Im Vergleich zu „solchen Geschichten“ hab ich natürlich „nichts“… aber nichts tut halt leider auch immer noch ziemlich weh, zumal ich durch die Schonhaltung und das viele Ausruhen jetzt starke Verspannungen in anderen Muskelpartien habe. Drück mir mal die Daumen, dass ich heute mein Rezept für Krankengymnastik bekomme! Der kann dann schon ein bisschen auf Den „Aussen-Baustellen“ helfen… Alles Liebe für Dich, Andrea

  8. Ist es nicht so, dass wir wirklich alles, was uns betrifft für selbstverständlich ansehen? Wir funktionieren Tag für Tag. Immer dann, wenn etwas an uns ausfällt, werden wir uns dessen bewußt, dass eben nichts selbstverständlich ist. Vielleicht ist es ein Zeichen, dass wir manchmal daran erinnert werden? An die Achtsamkeit uns gegenüber?

    Weiterhin eine gute Besserung und alles Liebe, Emily

    • Ja, liebste Emily, genauso ist es… und es erinnert uns auch daran, dass wir mit unseren Gedanken und Glaubenssätzen unser Leben und unsere Erlebnisse beeinflussen… Danke Dir und liebe achtsame Grüsse zu Dir, Andrea

  9. Das hast du so schön und berührend geschrieben, liebe Andrea. ♥
    Da ist so Vieles, das wir als selbstverständlich betrachten und wie ungeduldig man manchmal ist, wenn ältere Leute für alles so lange brauchen …

    Mir ist so Einiges bewusst geworden, als mein Paps den schweren Schlaganfall hatte, als nicht mal mehr das Schlucken selbstverständlich war, geschweige denn Sitzen oder Ähnliches. Da habe ich auch vermehrt darüber nachgedacht und sogar auch was geschrieben, aber nur im Verborgenen.
    Als er Rollstuhl saß, ist mir auch erst aufgefallen, wie schwierig es mit Rollstuhl ist. Eine Bordsteinkante, die für uns mühelos zu bewältigen ist, ein Auto, das genau dort parkt, wo der Bordstein herabgesenkt wurde. Ich musste damals mit meinem Paps auf der Straße fahren, weil ich nicht auf den Bürgerstein konnte. Erst da ist es mir aufgefallen, wie unbedacht die Menschen damit umgehen (ich vorher auch, obwohl ich dachte, dass ich schon rücksichtsvoll bin!), weil sie es nicht besser wissen, unbedacht sind.

    Nein, nichts ist selbstverständlich, nur weil wir es können. Das merken wir, wenn wir es nicht mehr können.
    Danke für diesen schönen Beitrag.

    Liebe Grüße,
    Martina

    • Liebe Martina, danke für Deine lieben Worte und das Teilen „Deiner“ Geschichte, die mich sehr berührt. Ich hoffe, ich werde mir dieses Sichtweise und die Toleranz behalten…dann hätte der Unfall noch etwas „richtig Gutes“ bewirkt:-)… Liebe Grüsse Andrea

  10. Das hast du echt gut geschrieben, liebe Andrea.
    Eure Gemeinsamkeit ist eine wundervolle, du hast den richtigen Mann an deiner Seite, das ist ein Segen.
    Dass ihr viel Spaß hattet im Urlaub, das hattest du damals schon geschrieben und ich hatte mich leicht gewundert, dass das möglich war mit deinen Schmerzen.
    Ich selbst hatte in den 80ger Jahren 3 x einen Rheumaschub. Da habe ich auch erlebt, wie es ist, wenn du nichts mehr selbst machen kannst. Noch nicht einmal das Stück T-Papier abziehen klappte. Weil das Rheuma eben in den Händen war. Es wanderte von Gelenkpaar zu Gelenkpaar bis schließlich in die Füße.
    Da war die Toilette zu hoch, alles war heiß. Es war höllisch.
    Gottlob ist das vorbei. Aber weiß ich, ob es wiederkommt?

    • Liebe Bärbel, danke für Deine wertschätzenden Worte. Ja, ich habe den richtigen Mann an meiner Seite, wir können auch in negativen Situationen mal lachen und dann bewegt sich immer was ins Positive…
      Oh, das hört sich ja gar nicht gut an, was Du da schreibst… das war bestimmt sehr schmerzhaft…Ich wünsche Dir, dass Du gesund bleibst und diese Erfahrung genug für ein Leben ist…Alles Liebe Andrea

      • Du weißt ja, man kann es sich nicht aussuchen.
        Seit ca. 7 Jahren nehme ich keine regelmäßigen Medikamente. Nur gaaaanz ab und zu mal Penicillin. Aber auch das ist nun etliche Jahre her.
        Wäre super, wenn es so bleiben könnte.
        Rheuma konnte auch nicht festgestellt werden. Denn der Termin dafür war auch Monate nach dem letzten Schub, lach.

        • Liebe Bärbel, nein aussuchen kann man das nicht… kann man nicht gerade bei dieser Krankheit auch über die Ernähung einiges positiv beeinflussen? Auf jeden Fall sehr gut, dass es Dir so gut geht ohne regelmässige Medikamente! Liebe Grüsse Andrea

  11. Liebste Andrea,

    wie wahr… danke dir für deine Zeilen, die mich nachdenklich gemacht haben und sehr berühren… Jemanden an seiner Seite zu haben, ist sehr wertvll und wunderschön…

    Danke dir für deinen Humor in allen Lebenslagen!
    Alles, alles Liebe,
    Elisabeth

    • Liebste Elisabeth, ja das ist wertvoll und wunderschön, so jemanden an seiner Seite zu haben und so jemand sein zu dürfen auch…:-), von Herzen alles Liebe für Dich, Andrea

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