Alles „in Ordnung“

Ich bin ein ordentlicher Mensch und bereite meine Seminare immer sehr gut vor.  Dazu gehört auch, dass ich ca. 1 Stunde vor Beginn im Seminarraum bin, alles so einrichte, wie ich es möchte und brauche, meine Flipcharts aufhänge, die Skripte verteile und gegebenenfalls noch die Sitz- oder Tischordnung verändere. So stimme ich mich auch am Besten auf die Gruppe ein und auf meine Inhalte. Ich nehme mir dafür ausreichend Zeit, damit ich in Ruhe alles tun kann und mit dieser Ruhe mein Seminar beginnen kann.

Und so bin ich auch bei meinem Seminar in der Schweiz rechzeitig aus dem Haus gegangen, die Freundin, bei der ich übernachtet habe, hat mich mit ihrem Auto zu meinem Auto gebracht, das im Parkhaus stand. Da ich am Vortag eine sehr anstrengende Anfahrt gehabt hatte mit Schnee und Eis, hatte ich alle Seminarunterlagen im Auto gelassen und noch nicht in den Seminarraum bringen können.

Und da stand ich nun vor meinem Auto, indem sozusagen das komplette Seminar lag (Arbeitsunterlagen für die Teilnehmer, Skripte, Flipcharts usw.) und … fand meinen Autoschlüssel nicht… Panik schoss in mir hoch. WO WAR DER VERDAMMTE Schlüssel? Zum Glück war meine Freundin noch da und wir suchten gemeinsam. Wir überlegten und versuchten, den Abend zu rekonstruieren usw. – nichts. Zurück in ihre Wohnung- nichts. Erste Reaktion: jetzt können wir das komplette Ding absagen. Zweite Reaktion: Was können wir jetzt tun, um es zu retten?

Schlüsseldienst, ja, den rufen wir an. Er verspricht, um 8.15 im Parkhaus zu sein (um halb 9 sollten die Teilnehmer erscheinen, um 09.00 sollte das Seminar losgehen). Wir wieder zurück ins Parkhaus, alle Informationsknöpfe, die es dort gab, gedrückt – auf keinem antwortete jemand.

Da sehe ich ein kleines Auto an mir vorbeifahren, Aufschrift „Bauamt“, drinenen ein Mann in Arbeitskleidung und ich rufe meiner Freundin zu, der gehört bestimmt hier zum Parkhaus. Sie rennt hinter ihm her, er steigt aus dem Auto aus und ich sehe, wie er meinen Schlüsselbund in der Hand hält!!!! Das Putzkommando hatte ihn vor meinem Auto gefunden – er muss mir aus der Handtasche gefallen sein – und er war gerade auf dem Weg zur Polizei, um ihn dort abzugeben!!! WAS für ein „Zufall“ (an den ich nicht glaube), dass er genau in dem Moment an uns vorbeigefahren war.

Ich schnappte mir den Schlüssel, rief meiner Freundin zu, zahl dem Schlüsseldienst, was er haben muss, ich geb es Dir später wieder und raste los zum Seminarhotel, in dem ich dann tatsächlich noch alles aufbauen und vorbereiten konnte, wie ich es wollte… Wenn ich vorher Lampenfieber gehabt habe, dann war das jetzt definitiv weg – denn wer so einen Schreck überstanden hat, den schockt so schnell nichts mehr:-)…

Ach ja, der Schlüsseldienst tauchte nicht auf und als meine Freundin dort um 08.15 nochmal anrief, war er noch gar  nicht losgefahren. Wenn ich drauf angewiesen gewesen wäre, wäre das ne Katastrophe gewesen, so hat es mir viel Geld gespart, denn „nicht-kommen“ muss auch nicht bezahlt werden:-).

Und das Seminar ist super gelaufen, danke auch an die tolle aktive Gruppe! Alles „in Ordnung“…

Skiservice Seminar 2012 (2)Morgen-Blick aus dem Seminarraum

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31 Kommentare

Eingeordnet unter Blickwinkel, Coaching, Humor, Leben, Menschen, Reisegeschichten, Selbständigkeit, Training

31 Antworten zu “Alles „in Ordnung“

  1. Puh, das war knapp!
    Du kriegst einen Drei-Sterne-Gutschein: Du brauchst ein Dreivierteljahr nicht mehr Kafka zu lesen. :mrgreen:

  2. Oweh, das war ein Schreck mit zum Glück guten Ausgang.
    Ich mache es genau wie Du, bin immer gerne rechtzeitig im Raum, wenn ich Kurse anbiete. Manchmal wird es zeitlich knapper, wenn vorher auch ein Kurst in dem Raum stattfindet, dass ist dann weniger schön, aber nicht zu ändern.
    Sei herzlich gegrüßt von:
    Beate

    • Liebe Beate, ja das war alles noch mal gut gegangen… aber diese halbe Stunde, in der ich nicht wusste, wie es weitergeht, die war schon die Hölle… Ich wünsche Dir auch immer ausreichend Zeit zum vorbereiten, liebe Grüsse Andrea

  3. Das ist ja mal eine ganz andere Art von „Schlüsselerlebnis“ 🙂
    Ich kann mich da aber auch an einige Situationen erinnern, die zu panikartigem Stress führten. Gut vorbereitete Veranstaltungen, bei denen dann im Vorfeld fast alles schief ging was schief gehen konnte, und bei denen dann doch noch in letzter Minute die Rettung kam.

    Auch von verlorenen Schlüsseln könnte ich eine Geschichte erzählen (und vielleicht mach ich das später, wenn es die Zeit erlaubt. Zuerst ist noch einiges andere zu erledigen.)

  4. Andrea, ich wusste gar nicht, dass wir irgendwie miteinander „verwandt“ sind. – Diese Lösung hat mir gefallen.

    • Hihi, liebe Clara, da haben wir wahrscheinlich eine grosse Familie:-)… Ja, die Lösung hat mir auch gefallen und meinem Auftraggeber auch:-)… Liebe Grüsse Andrea

  5. Ich hab grade bei Theomix den link zu Max Raabe gesehen und mir das verlinkte Lied angehört.
    http://www.universal-music.de/max-raabe/videos/detail/video:286240/fuer-frauen-ist-das-kein-problem
    Da heißt es direkt am Anfang:
    „Doch willman es genau
    dann fragt maneine Frau.
    Sie wissen wo die Schlüssel liegen….“
    *lächel*
    Ja, aber halt manchmal doch nicht direkt.

    • Lieber Werner, herrlich das Lied und eigentlich stimmt es auch, mit dem Schlüssel passiert mir sonst nie was… das musste wohl mal passieren…Und das Lied zeigt doch wieder mal; Frauen sind einfach klasse:-). Schmunzelnde liebe Grüsse Andrea

  6. oje, liebe Andrea, wenn mir das in meinem früheren Leben, als ich noch Seminare und Vorlesungen vor und mit Lehrern leisten musste, ich weiß nicht, ob ich es letzten Endes so cool geschafft hätte, wie du, meinen Glückwunsch dazu, alles Gute für die Woche, Klaus

    • Lieber Klaus, danke. So cool war ich natürlich nicht, erst als ich dann doch alles noch rechtzeitig vorbereitet hatte und die ersten Minuten des Seminars vorbei waren, konnte ich innerlich aufatmen… Einen schönen Tag für Dich, liebe Grüsse Andrea

  7. Uta

    Liebe Andrea,
    welch ein Krimi!!! Danach wäre ich aber bedient gewesen … Ich glaube nicht, dass ich dann noch einen Kurs stressfrei hinbekommen hätte.

    @Werner: Vielen herzlichen Dank für den Link!!! Das Lied ist sooooo genial 🙂

  8. Du bist ja schon wieder richtig aktiv! Was für ein Schreck in der Morgenstunde!
    Aber so etwas ist uns auch mal passiert.
    Mein Mann hatte Brötchen beim Bäcker geholt und dann die Post aus dem Postfach.
    Er musste klingeln, fand den Schlüssel nicht. Wir die Tasche durch sucht, nichts! Er zurück zur Post! Nichts.
    Wir haben dann erstmal gefrühstückt. Abends die Haustür verrammelt, damit man sie nicht einfach aufdrücken kann.
    Am nächsten Tag, Sonntag, den Rest der Brötchen in den Backofen, was liegt unten drin? Der Schlüsselbund!
    Er hat also den Bund einfach in die Tasche geworfen, ohne zu achten, wohin. Damit hat er uns schlimme Stunden beschert.
    Deine waren auch nicht ohne, meine Güte, was für eine Not.
    Glück gehört halt auch dazu.
    Liebe Grüße
    deine Bärbel

    • Liebe Bärbel, das Seminar war im Dezember… So lange allein Autofahren hätte ich noch nicht gekonnt. Aber wie Du heute lesen kannst, bin ich das erste Mal gestern allein Auto gefahren!!! Deine Geschichte ist ja auch „lustig“ – nachher kann man ja meistens drüber lachen… Aber die Panik, die man erst verspürt, die ist nicht ohne… Liebe schlüsselige Grüsse zu Dir und Deinem Mann, Andrea

  9. autsch wenn du dich auf den kerl verlassen hättest, wärst du verlassen gewesen

  10. ui… bin ich farbenblind? oder ist mein Bildschirm nicht in ordnung?
    Da steht in blauer Schrift „lila“ und daneben ein grünes Bildchen?
    😉

  11. Was für ein Schreck, liebe Andrea.
    Doch dann hattest du ja noch Glück im Unglück. 🙂 Wie das Leben manchmal so spielt. 🙂

    Herzliche Grüße,
    Martina

  12. Schlüsselkaiser

    Ein Schlüsseldienst weiss instinktiv, wenn er unnötig bestellt wird.
    Sofort ist meistens für nichts

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