Gedankenkarussell – Weiterentwicklung

…wir bilden uns nicht, wenn wir das, was in uns liegt, nur mit Leichtigkeit und Bequemlichkeit in Bewegung setzen. Jeder Künstler, wie jeder Mensch, ist nur ein einzelnes Wesen und wird nur immer auf eine Seite hängen. Deswegen hat der Mensch auch das, was seiner Natur entgegengesetzt ist, theoretisch und praktisch, insofern es ihm möglich wird, in sich aufzunehmen.

Der Leichte sehe nach Ernst und Strenge sich um, der Strenge habe ein leichtes und bequemes Wesen vor Augen, der Starke die Lieblichkeit, der  Liebliche die Stärke, und jeder wird seine eigne Natur nur desto mehr ausbilden, je mehr er sich von ihr zu entfernen scheint. Jede Kunst verlangt den ganzen Menschen, der höchstmögliche Grad derselben die ganze Menschheit.
Johann Wolfgang von Goethe: Einleitung, Propyläen, 1. Bd., 1. Stück (1798)
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8 Kommentare

Eingeordnet unter Blickwinkel, Coaching, Gedankenkarussell, Leben, Menschen, Motivation, Philosophieren, Wahrnehmung

8 Antworten zu “Gedankenkarussell – Weiterentwicklung

  1. das Stimmt, es wird der Mensch mit all seinen Fähigkeiten gesucht, diese sind aber sehr unterschiedlich verteilt und etwas daraus machen, bedarf schon der Aktivität, schönen Tag auch, Klaus

    • Lieber Klaus, die Auseinandersetzung mit der Vielfältigkeit macht sehr viel toleranter – sich selbst und anderen gegenüber. Das habe ich so erfahren in meinem Leben und in meinen Coachings… Dir auch einen schönen Tag, ich hoffe, bei Euch scheint auch die Sonne:-) Andrea

  2. Wie ei Yin und Yang oder den zwei Seelen, die ach in jeder Brust wohnen sollten – nie nur einer Seite das alleinige Recht einräumen.

    • Ganz genau, liebe Clara, so sehe ich das auch… das macht uns flexibler, kreativer und gibt uns viel mehr Handlungsmöglichkeiten. Herzliche Grüsse Andrea

  3. Das ist ein sehr anregender Text, der dazu einlädt in sich hinein zu spüren.
    Mir kam dazu sofort in den Sinn, dass es z.B. bei den Bachblüten immer darum geht, ins Gleichgewicht zu kommen. Wenn ich Beschreibungen der Seelenzustände lese, die durch die Schwingungen der Blüten wieder in die Harmonie kommen, dann sehe ich, dass jeder Seelenzustand sowohl in den negativen wie auch in den positiven Bereich kommen kann. Es geht ums Einschwingen in die goldenen Mitte, so empfinde ich das.
    Grüße von:
    Beate

    • Liebe Beate, waoh, Dein Kommentar ist auch sehr anregend, vielen Dank. Und da sind wir wieder bei der Balance, der Mitte, dem Ausgleichen… und das geht nicht ohne das eine und nicht ohne das andere… Herzliche Grüsse Andrea

  4. Wie kommst immer wieder auf solche netten Bilder? Helfen dir da deine Schneeflöckchen zum Beispiel diesmal mit dem Bild aus dem Kinderweb?
    Oder hast den Goethe voll und ganz verwirklicht? Ist das deine eigene Art deine Natur so auszubilden, dass Erwachsensein sich nach dem Kindsein umsehe und das Kindsein sich nach dem Erwachsensein?
    🙂
    Ich wünsch dir ein Wochenende voller Kunst die den ganzen Menschen nicht nur verlangt sondern auch erfüllt!

    • Lieber Werner, nein da haben die Schneeflöckchen nichts mit zu tun, das ist meine eigene Phantasie und das Internet:-)… Schön wäre es, wenn ich den Goethe so verwirklicht hätte, wie du es hier so wunderbar beschreibst… Allerdings schaue ich schon sehr nach dem „anderen“ und seit ich weiss, dass sich niemand „anders“ verhält, um mich zu ärgern, sondern weil es seinen Mustern, Erfahrungen und Werten entspricht (unbewusst oder bewusst), kann ich auch viel besser mit Anderesartigkeit umgehen… Liebe Grüsse zu Dir und einen guten Start in eine sonnige Woche Andrea

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