Beeindruckender Film: Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger

Zum Sommer in Düsseldorf gehört das Frankenheim-Kino, openair direkt mit Blick auf den Rhein hinter der riesigen Leinwand, ein unglaubliches Erlebnis. Das Schneeflöckchen durfte sich einen Film aussuchen und wählte Life of Pi. Ein Film, den ich mir niemals ausgesucht hätte. Ich mag keine Filme über Schiffbrüche, ich kann es nicht sehen, wenn mit Tieren schreckliches passiert und vieles mehr sprach „eigentlich“ dagegen.  Und nun bin ich einfach nur sehr froh, dass sie diesen Film, der auf einer Buchvorlage basiert, ausgesucht hat. Ich bin noch immer tief beeindruckt. Es ging um soviel mehr als Schiffbruch, Überleben auf See und Tiere.

Die Zeit online beschreibt es so:

„Im Buch geht es um die Macht des Erzählens, um Spiritualität und Vorstellungskraft und darum, Dinge anzunehmen, auch wenn man sie sich nicht erklären kann“, sagte Ang Lee bei der Filmpremiere in London. Um die Geschichte von einem Jungen und einem Tiger zu erzählen, bedient sich der Regisseur nun im bildgewaltigen Fundus dreier Weltreligionen: Hinduismus, Christentum und Islam. Allen dreien hatte sich Pi schon als Kind verschrieben. Der Sohn eines Atheisten liebt Brahma und Shiva, die er aus den Gutenachtgeschichten seiner Mutter kennt. Er verehrt Jesus, mit dessen Wirken ihn ein katholischer Priester vertraut gemacht hat, und hält auch am Wort Mohammeds fest, das Allah preist. Für Pi sind Religionen nur die Glasplättchen eines Kaleidoskops, durch das man einen Blick auf Gott werfen kann. Nun, auf einem scheinbar endlosen Meer treibend, gelangt selbst er an die Grenzen seines Glaubens. […]

So wird der Ozean, dessen Bewegungen in einem mit 6,5 Millionen Liter Wasser gefüllten Tank simuliert wurden, zur Referenz des Göttlichen. Er brüllt und atmet. Er verbindet sich mit dem Himmel. Wolken ziehen vorüber, Wellen. Straßen von Fischen. Nachts wird der leuchtende Plankton zu Planeten. Alles ist belebt, bewegt sich, ist eins.

Es ist eine Schöpfungsgeschichte, die hier in (über-)reichen Bildern erzählt wird – und eine vom Fressen. In einem traumtiefen Ozean jagen gigantische Kalmare nach Walfischen, schwimmen Zebras und Hyänen zwischen Mantas und Haien. In dieser Ursuppe ist der Mensch nicht mehr als ein Schwebeteilchen. Bald wird auch er gefressen werden.

„Irgendwann kommt der Moment im Leben, in dem der eigene Glaube getestet wird“, sagte Ang Lee über die Dreharbeiten. Der Oscar-Preisträger hatte Schwierigkeiten, sich für die endgültige Fassung des Films zu entscheiden. Horror oder Wunder? Das Kino ist ein Medium, das die Mittel für beides bietet. Sind die Kinogötter gnädig, kann es sogar Nihilismus und Glauben in einem Film vereinen – und uns gleichzeitig trösten.“

Advertisements

12 Kommentare

Eingeordnet unter Blickwinkel, Buchtipps, Düsseldorf, Filme, Filmtipps, Leben, Menschen

12 Antworten zu “Beeindruckender Film: Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger

  1. scheint sehr interessant zu sein, ich sollte auch mal wieder ins Kino gehen, schöne Woche wünsche ich, Klaus

  2. Sommer-open-air-Kino gibt es hier auch.
    Allerdings sind die diesjährigenTermine schon alle vorbei und leider hat keiner davongepasst.
    Na ja das nächste Jahr kommt bestimmt.
    Dafür haben wir gestern ein Konzert der Spitzenklasse gehört.
    Ich werd auf meinem blog davon berichten.

    Eine gute Woche wünsch ich
    Werner

  3. Ich mag nicht gerne Filme sehen, wenn ich das Buch bereits gelesen habe. Und Schiffbruch mit Tiger habe ich bereits vor einigen Jahren gelesen und war beeindruckt. Ob der Film sich wirklich mit dem Buch messen kann?
    Liebe Grüße, Iris

    • Liebe Iris,

      das kann ich gut verstehen und da ich das Buch nicht gelesen habe, kann ich das natürlich nicht beurteilen. Ich weiss nur, dass mich der Film umgehauen hat (im positiven Sinne und völlig unerwartet), die Bilder sind einfach überwältigend, die Geschichte sowieso.
      Liebe Grüsse Andrea

  4. Andrea, da kann man ja nicht mehr anders! Ich freu mich schon jetzt auf den Film und zum Glück habe ich das Buch NICHT gelesen 🙂

  5. Liebste Andrea,
    das tut mir gut zu lesen! 🙂 Ich wollte den Film sehen, weil mich die Plakate ansprachen, als ich las, worum es geht, fand ich das noch superspannend (was ist wirklich „wahr“…!?), aber als ich den Trailer sah, wurde mir angst und bang 😉 Vielleicht sollte ich es doch noch nachholen, das Sommerfreiluftkino ist auch in Wien immer eine gute Gelegenheit, die Filme des vergangenen Jahres (nochmal) zu sehen.

    Viele liebe Gedanken zu dir! 🙂
    Herzlichst, Elisabeth

    • Liebste Elisabteh, ach das freut mich ja, dass ich Dir einen Impuls geben konnte (auf den Du ja eigentlich nur gewartet hast:-) ). Ich bin gespannt, was Du nachher dazu sagst… Allerliebste Grüsse Andrea

  6. Ich habe das Buch gelesen UND den Film gesehen – und das Buch ist einfach wunderbar, aber der Film ist deswegen nicht schlechter. Er ist einfach etwas „anders“, was auch daran liegt, dass man innere Prozesse in einem Buch so schön beschreiben kann, im Film müssen sie ja sichtbar gemacht werden 🙂
    Ich finde auch den Film wahnsinnig berührend und weise und technisch auch toll gemacht. Viele Grüße!

    • Liebe Königinnenwelten, das ist ja toll, dass Du beides kennst und Deine Meinung mit uns hier teilst, danke. Ich erwarte auch von einem Film nicht, dass er eins zu eins ein Buch wiedergibt. Manches kann man eben im Film besser und manches im Buch… Viele Grüsse zu Dir zurück, Andrea

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s