Archiv der Kategorie: Reisegeschichten

Das Dorf der Gewinner

Im Flugzeug bekam ich die „Welt am Sonntag kompakt“ in die Hand und stiess auf einen kuriosen Artikel über „das Dorf der Gewinner“.

300km entfernt von Barcelona im Landesinneren liegt das kleine Dorf, in dem es Tradition ist, dass der Hausfrauenverein die Lose für die Weihnachtslotterie kauft. Auch im vorletzten Jahr fuhren die Hausfrauen zum 20 km entfernten Lotto-Kiosk und zahlten die gesammelten 6000 Euro ein. Sie teilten die Lose auf und denen, die die Anteile nicht bezahlen konnten, liehen die Hausfrauen das Geld dafür. Sie gewannen insgesamt 780 Millionen Euro mit diesen Losen!

Selbst die kleinstmögliche Beteiligung an einem Los brachte 100’000 Euro ein. Nur ein Bewohner bekam nichts, er hatte es abgelehnt, ein Los zu kaufen. Ein paar seiner Freunde gaben ihm von ihrem Gewinn etwas ab.

Und was machten die Menschen mit ihrem Gewinn? Eine Frau hat sich ein Esszimmer gekauft, Anbauten wurden gebaut, Fassaden gestrichen, die Frauen kauften sich neue Küchen, die Männer einen neuen Traktor, eine Frau sagte, sie esse mehr Fleisch und in der Bar wurde mehr Whiskey bestellt.

Niemand hat aufgehört zu arbeiten, die Farmer sitzen weiter morgens um sechs auf ihren Traktoren. Es ist auch niemand weggezogen, obwohl die Makler, die ihnen teure Wohnungen in Barcelona verkaufen wollten, pentrant waren.  Es gab einige grosse und einige kleinere Reisen. Das Leben wurde sorgloser. Die Alten spielen noch immer täglich um 16 Uhr Karten in der Bar. Die einzige Friseurin dachte an den Ruhestand, aber wer sollte den Leuten dann die Haare schneiden? Für die Weihnachtslotterie kaufen immer noch alle Lose, bis auf den einen. Die Bürgermeisterin hofft, dass abgewanderte Bewohner ins Dorf zurückkehren werden.

Der Hausfrauenverein hat ein äusserst kurioses Problem: Sie konnten nicht  alle Lose verkaufen und sitzen noch immer auf 400.000 Euro. Davon veranstalteten sie bereits ein grosses Fest mit Langusten und Champagner für alle, das kostete aber nur 10.000 Euro. Der nächste Plan ist ein Zentrum für Hausfrauen. Sie sitzen oft zusammen und suchen nach einer Idee; aufteilen muss man das Geld nicht, es hat ja jeder genug.

Bildquelle

Lottogewinn

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Abenteuer Aetna

Von unserem Feriendomozil auf Sizilien aus konnte man die ganze Zeit den Aetna sehen, wenn er nicht von Wolken und Nebel verhangen war, was normalerweise im Laufe des Vormittags immer geschah. Morgens konnte man ihn an guten Tagen mit blauem Himmel erwischen:

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Er ist auch noch aktiv. 2 Monate vor unserem Urlaub hat es 2 Stunden lang graue Asche geregnet. Die Spuren waren noch immer deutlich zu sehen.

Und wenn wir schon so nah dran wohnten, „mussten“ wir natürlich auch hinfahren. Uns war klar, dass es dort oben kälter sein würde, immerhin kann man bis auf ca. 1800m mit dem Auto fahren. Von dort geht die Gondel auf ca. 2400m und dann kann man noch zu Fuss weitergehen auf 3.345m. Schon auf 1800m war es so eisekalt, dass die Leute sich mit Handtüchern einwickelten und dicke Fleecepullover kauften.

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Im  Winter ist hier sogar ein Skigebiet mit allem, was dazu gehört, Skiservice, Gondel und Skischule.

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„Riparazioni sci e snowbaord“, so hat mein alter Arbeitgeber auch mal angefangen, mit einer kleinen Hütte…

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Die Piste endet im Winter hier, unvorstellbar, dass man auf dieser Lava-Wüste Skifahren kann:

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Die Natur sich auf der Lava wieder breitgemacht, das Spiel von Geröll und Grün ist faszinierend; hier im kleinen…

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und hier im grossen Stil:

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Wir waren nicht weiter oben, weil alles nebelverhangen war und die Sicht immer schlechter wurde, aber es war trotzdem ein faszinierendes Erlebnis und auch ein ganz bisschen unheimlich…

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Blick ins Tal zum Meer…

Da haben wir ihn uns schlussendlich lieber wieder „von unten“ angeschaut (hier von Taormina aus)

Aetna-Blick  von Taormina

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Sizilien

Sizilien ist eine wunderschöne, abwechslungsreiche und „sehr italienische“ Insel und hat uns sensationell gut gefallen. Riesige Flächen mit Zitronenbäumen, die grössten Oleanderbüsche, die ich je gesehen habe, der majestätisch wirkende Aetna mit Skigebiet im Winter, das blaue blaue blaue und saubere Meer, bei dem man bis auf den Grund schauen kann und die sensationelle Küche – mmmh, da läuft mir sofort wieder das Wasser im Mund zusammen – frischen Fisch, die tomatigsten Tomaten und von den Auberginen können wir hier nur träumen… Das Klima ist toll, angenehm sommerlich warm und abends kühlt es ab, immer eine leichte Brise, herrlich. Wir wohnten in einem kleinen friedlichen Städtchen  und konnten dort das italienische Leben so richtig geniessen. Eines ist sicher: Wir werden wiederkommen und weitere Teile der Insel erkunden! Ein Fest für alle Sinne.

Hier eine Auslese meiner „blauen“ Fotos:

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Weitere Fotos von Sizilien hier

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Alles „in Ordnung“

Ich bin ein ordentlicher Mensch und bereite meine Seminare immer sehr gut vor.  Dazu gehört auch, dass ich ca. 1 Stunde vor Beginn im Seminarraum bin, alles so einrichte, wie ich es möchte und brauche, meine Flipcharts aufhänge, die Skripte verteile und gegebenenfalls noch die Sitz- oder Tischordnung verändere. So stimme ich mich auch am Besten auf die Gruppe ein und auf meine Inhalte. Ich nehme mir dafür ausreichend Zeit, damit ich in Ruhe alles tun kann und mit dieser Ruhe mein Seminar beginnen kann.

Und so bin ich auch bei meinem Seminar in der Schweiz rechzeitig aus dem Haus gegangen, die Freundin, bei der ich übernachtet habe, hat mich mit ihrem Auto zu meinem Auto gebracht, das im Parkhaus stand. Da ich am Vortag eine sehr anstrengende Anfahrt gehabt hatte mit Schnee und Eis, hatte ich alle Seminarunterlagen im Auto gelassen und noch nicht in den Seminarraum bringen können.

Und da stand ich nun vor meinem Auto, indem sozusagen das komplette Seminar lag (Arbeitsunterlagen für die Teilnehmer, Skripte, Flipcharts usw.) und … fand meinen Autoschlüssel nicht… Panik schoss in mir hoch. WO WAR DER VERDAMMTE Schlüssel? Zum Glück war meine Freundin noch da und wir suchten gemeinsam. Wir überlegten und versuchten, den Abend zu rekonstruieren usw. – nichts. Zurück in ihre Wohnung- nichts. Erste Reaktion: jetzt können wir das komplette Ding absagen. Zweite Reaktion: Was können wir jetzt tun, um es zu retten?

Schlüsseldienst, ja, den rufen wir an. Er verspricht, um 8.15 im Parkhaus zu sein (um halb 9 sollten die Teilnehmer erscheinen, um 09.00 sollte das Seminar losgehen). Wir wieder zurück ins Parkhaus, alle Informationsknöpfe, die es dort gab, gedrückt – auf keinem antwortete jemand.

Da sehe ich ein kleines Auto an mir vorbeifahren, Aufschrift „Bauamt“, drinenen ein Mann in Arbeitskleidung und ich rufe meiner Freundin zu, der gehört bestimmt hier zum Parkhaus. Sie rennt hinter ihm her, er steigt aus dem Auto aus und ich sehe, wie er meinen Schlüsselbund in der Hand hält!!!! Das Putzkommando hatte ihn vor meinem Auto gefunden – er muss mir aus der Handtasche gefallen sein – und er war gerade auf dem Weg zur Polizei, um ihn dort abzugeben!!! WAS für ein „Zufall“ (an den ich nicht glaube), dass er genau in dem Moment an uns vorbeigefahren war.

Ich schnappte mir den Schlüssel, rief meiner Freundin zu, zahl dem Schlüsseldienst, was er haben muss, ich geb es Dir später wieder und raste los zum Seminarhotel, in dem ich dann tatsächlich noch alles aufbauen und vorbereiten konnte, wie ich es wollte… Wenn ich vorher Lampenfieber gehabt habe, dann war das jetzt definitiv weg – denn wer so einen Schreck überstanden hat, den schockt so schnell nichts mehr:-)…

Ach ja, der Schlüsseldienst tauchte nicht auf und als meine Freundin dort um 08.15 nochmal anrief, war er noch gar  nicht losgefahren. Wenn ich drauf angewiesen gewesen wäre, wäre das ne Katastrophe gewesen, so hat es mir viel Geld gespart, denn „nicht-kommen“ muss auch nicht bezahlt werden:-).

Und das Seminar ist super gelaufen, danke auch an die tolle aktive Gruppe! Alles „in Ordnung“…

Skiservice Seminar 2012 (2)Morgen-Blick aus dem Seminarraum

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Selbstverständlich! Selbstverständlich?

Durch meinen Unfall und die körperlichen Einschränkungen habe ich auf viele Dinge jetzt einen anderen Blickwinkel bekommen. Schuhe anziehen oder ausziehen ist doch selbstverständlich! Ist es das? Nun, mit einem kaputten Rücken ist es alles andere als selbstverständlich und zum Glück hab ich den Liebsten, der mir dabei und bei noch vielen anderern „Selbstverständlichkeiten“ liebevoll und geduldig geholfen hat. Vom Sitzen aufstehen ohne Schmerzen ist doch selbstverständlich! Nein, meine Selbstverständlichkeit war, dass ich manchmal eine Viertelstunde länger als nötig auf einem gewissen Örtchen sass, aus lauter Angst vor den stechenden Schmerzen beim Aufstehen… Wenn was runterfällt, dann hebe ich es wieder auf, ist doch selbstverständlich! Nein, wenn was runterfällt und Du Dich nicht bücken kannst, dann bleibt es liegen… bis jemand kommt und es für Dich aufhebt. (Es sei denn, Du hast diese super Spaghetti-Zange, damit kann man wirklich sehr vieles aufheben:-) )

Ich habe mal einen Bericht darüber gesehen, wie jungen Leuten durch körperliche Beschwerungen simuliert wurde, wie es wäre, alt und nicht mehr so beweglich zu sein. So lernten die jungen Leute z.B., wie es ist, über eine Ampel zu gehen, wenn man nicht schnell genug ist, sie bei grün ganz zu überqueren usw. Wie schwer alles fällt und wie lange es dauert. Ich fand das schon in dem Film höchst beeindruckend. (hier habe ich einen Zeitungsbericht über ein ähnliches Projekt gefunden)

Und so kam ich mir auch vor; alles ging langsam, beschwerlich und vieles ging eben einfach GAR NICHT oder nicht allein. Mir ist noch nie vorher aufgefallen, in wie vielen Restaurants die Toiletten Treppe rauf oder runter sind… Mir ist vorher nie aufgefallen, wie entscheidend es sein kann, wie hoch so eine Toilette angebracht ist und wie viele sehr niedrig sind. Der Rollstuhl, der mir im Krankenhaus angeboten wurde, war so niedrig, dass ich weder rein noch rausgekommen wäre… Krankenhausbetten sind übrigens hautpsächlich so superbequem, weil sie so hoch sind und man sich gut auf die Bettkante setzen kann.

Sämtliche Sätze mit: „ich mach mal grad, ich hol mal grad…“ liefen ins Leere. Wenn ich im Bett lag, konnte ich mich nicht einmal beugen, dass ich das Buch auf dem Fussboden greifen konnte. Das musste mir immer auf den Nachtisch oder ins Bett gelegt werden. Mit der Zeit wird man erfinderisch und organisiert sich einfach besser.

Im Urlaub hatten wir schon morgens unsere Routinen mit Duschen, anziehen helfen, Schuhe so anziehen und schnüren, dass ich sie nachmittags selber wieder abstreifen konnte, alles in „Greif-Höhe“ legen, die Kissen auf eine bestimmte Weise ins Bett legen… Zum Glück hatte das Ferienhaus einen Fahrstuhl, Treppen gehen war nämlich auch NICHT selbstverständlich. Das Gefühl, ständig um etwas bitten zu müssen, war ungewohnt und auf Dauer wirklich nicht schön. Obwohl ich es ja nicht machte, weil ich faul war oder jemanden rumschikanieren wollte – auf Dauer fühlte ich mich nicht besonders wohl damit; auch wenn der Liebste mir glaubhaft versicherte, dass er es doch gern mache für mich. Wir hatten teilweise auch viel Spass dabei und haben vieles  mit Humor genommen. (Und so oft hat er mich noch nie an- und vor allem ausgezogen:-) ). Und dennoch: ein Gefühl der Abhängigkeit konnte ich manchmal nicht komplett verhindern; und das passierte mir, die es gewohnt ist, selbständig zu sein. Eine echt wertvolle Erfahrung (die ich aber nicht noch einmal machen muss:-) ).

Eines Abends, ich hatte mir bequemerweise schon ein Nachthemd angezogen und eine Strickjacke darüber, dazu warme Puschen, denn frieren war und ist noch immer schlimm… Und als ich dann so bekleidet über den Flur in unserer Ferienwohnung schlich-beim langsamen Gehen waren die Schmerzen gering und ich brauchte immer zwischendurch ein wenig Bewegung- da fühlte ich plötzlich, wie es wäre, alt zu sein und nicht  mehr so zu können, wie es für mich selbstverständlich war… Mein Liebster sah mich an und spürte das irgendwie. Er nahm sich spontan einen Stuhl, lehnte sich auf die Lehne und schob ihn langsam – wie einen Rollator – vor sich her und folgte meinen langsamen Schritten… Wir mussten unglaublich lachen, weil es so eine Situationskomik war und ich wusste, mit diesem Mann an meiner Seite wird sogar älter werden Spass machen…und das ist auch alles andere als selbstverständlich!

maewest_

Alt werden ist nichts für Feiglinge.
Mae West

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Staugespräche

Auf dem Weg im Urlaub, in einem 10 km langen Stau:

Ich: Was ist denn das für ein Mer*cedes?

Der Liebste: Welcher Mer*cedes?

Ich : Na der da, genau vor unserer Nase.

Der Liebste: Das ist doch kein Mer*cedes, das ist ein Au*di A3.

Ich : Der hat aber einen Mer*cedes-Stern drauf.

Der Liebste: Dann hat er den aufgeklebt.

Grosses Gelächter  von der Rückbank, in das ich dann lauthals einstimmte… Der Liebste war darüber erst einmal „not amused“:-) Ach übrigens, es WAR natürlich ein Mer*cedes, die neue A-Klasse…

Bildquelle

stau

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Was für ein tolles Frühststücksei!

Also manchmal, da esse ich super gern ein Frühstücksei – wenn ich in Ruhe und Musse frühstücken kann; wie z.B. an dem Tag nach meinen Seminaren in der Schweiz – und DAS ist wirklich ein ganz besonders tolles Frühstücksei gewesen, schaut mal:

Skiservice Seminar 2012 (5)

Nein, es ist keine Fotomontage oder hat nix mit der Perspektive zu tun, deshalb hab ich extra noch einen Teebecher daneben gestellt:

Skiservice Seminar 2012 (6)

Die Eier stammen vom Bauern und Skilehrer Werner Leu aus Savognin, da gibt es auch Eier mit Doppeldotter, wie auf seiner Homepage beschrieben… ein Klick dorthin lohnt sich.

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