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Ziemlich beste Freunde

Was für ein wunderbarer Film und dann noch eine wahre Begebenheit, in der allerletzten Einstellung sieht man die beiden Menschen, nach deren Geschichte der Film gedreht wurde – sehr berührend und schön.  Ich habe noch selten so gelacht in einem Film und das über teilweise wirklich raben“schwarzen“ Humor. Und dann noch die wunderbare Musik von Earth, Wind and Fire (September, ein ganz besonderes Lied für mich) Doch worum geht es überhaupt?

„Auf den ersten Blick würde man dies vom bitteren Thema des Films, das übrigens auf einer wahren Geschichte beruht, gar nicht erwarten: Der adelige Philippe (François Cluzet) ist nach einem Gleitschirmunfall vom Hals abwärts gelähmt, aber er ist auch so unvorstellbar reich, dass er sich jegliche Hilfe zur Alltagsbewältigung einkaufen kann. Der junge Driss (Omar Sy) ist nach einer abgesessenen Gefängnisstrafe ziel- und heimatlos. Bei François wird er nur vorstellig, um von diesem einen nötigen Bewerbungsstempel für die Weiterzahlung von Sozialhilfe zu bekommen. Nichts qualifiziert den rotzfrechen und unbekümmerten Mann für den freien Job als Pfleger, und dennoch bietet François ausgerechnet ihm eine zweiwöchige Probezeit an.

Der blaublütige Adelige und das schwarze Einwandererkind aus den Vorstadtghettos: Das Kino liebt seit jeher die Inszenierung solcher Gegensätze, und auch nur hier kann aus der Begegnung zwischen den Extremen der gesellschaftlichen Hierarchie der Traum einer unmöglichen Freundschaft entstehen. Entsprechend nutzt der Film jedes der immergleichen Stereotype – mit einer wirklich gelungenen Portion beißenden Humors. Der eine versteht unter „Berlioz“ den klassischen Komponisten, der andere den Wohnblock im tristen Sozialbauviertel. Der eine unterhält seit Monaten eine romantische Brieffreundschaft mit einer Unbekannten, der andere macht den Frauen innerhalb von fünf Minuten direkte Offerten. Die absurde Kunstmarktwelt des einen entlarvt der andere durch ein selbstgemaltes und teuer verkauftes Werk.

„Intouchables“ (dt. unberührbar) sind beide Protagonisten im doppelten Sinne. Einerseits stempelt sie der Originaltitel zu Außenseitern der französischen Gesellschaft: Philippe mit seiner Behinderung, weil er im reglosen Körper keine Berührung spürt, und Driss, weil er der niedrigsten gesellschaftlichen Klasse entstammt. Andrerseits – und hier zielt der Film auf den heimlichen Traum jedes Zuschauers – stilisiert die Geschichte dieses unterschiedliche Paar zu Unantastbaren, jeglicher gesellschaftlichen Kontrolle oder Beschränkung erhaben. Der Film beginnt folglich mit einer Verfolgungsjagd durch Paris, wo die beiden die Polizei auf ihre Fährte locken, um sich schließlich ungestraft von dieser eskortieren zu lassen – obwohl sie auf ungenierte Weise sämtliche Verkehrsregeln verletzt haben.

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Unangreifbar ist Philippe durch sein Geld und Driss durch seine Lebensfreude und seine Zuversicht. Und damit ergänzen sie sich zu einem perfekten Gespann trotz aller existierenden Klassenunterschiede irgendwie zu besten Freunden, die aneinander wachsen: Der eine lernt Dalí zu kommentieren und der andere auf das Leben zu vertrauen. Und hier beginnt der andere Traum des Films, der Traum einer Gesellschaft, die trotz aller Dissonanzen und Divergenzen zusammenhält.“

Textquelle

„Die Geschichte der ungleichen Freunde ist durchweg einfühlsam und glaubwürdig inszeniert, die vielfältigen Probleme der beiden Hauptfiguren werden unverblümt dargestellt und auch Unangenehmes […] kehren die Filmemacher nicht unter den Tisch. […] Der französische Überraschungshit ist ein berührender Film über Freundschaft und Hoffnung, in dem ein schwieriges Thema mit angemessenem Ernst und dennoch mit jeder Menge Leichtigkeit angegangen wird.“
Anne Facompre: Filmstarts

Und hier gehts ab zum Trailer, allein der bringt mich jedes Mal schon unglaublich zum Lachen:

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Bücher besiegeln

„Bücher legen einem, wie Sie sicher wissen, selten bestimmte Handlungen nahe. Bücher bestätigen einen im Allgemeinen nur in dem, was man – vielleicht unbewusst- bereits zu tun beschlossen hat. Man wendet sich an ein Buch, um seine Überzeugungen bestärkt zu finden. Ein Buch besiegelt sozusagen.“

Und das sagt keine geringere als die Queen persönlich in dem amüsanten, intelligenten, augenzwinkernden, liebevoll ironischen, bücherliebenden Buch „Die souveräne Leserin“ des Engländers Alan Bennett, der Theaterstücke und Bücher schreibt, wenn er nicht gerade sein (Haus-)Schwein spazieren führt…

Nicht der einzige Blickwinkel auf Bücher, jedoch ein sehr schöner…

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