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Gedankenkarussell – Geborgenheit und Schutz

Gasometer Oberhausen (1)

Auf einer Tafel der wunderbaren Ausstellung fand ich (ungefähr) die Worte: In meinen Kunstwerken geht es um Schutz und Geborgenheit, um Achtsamkeit für das, was nicht ewig ist.

Diese Worte haben mich sehr berührt und als ich in der grossen „Luftkugel“ stand und die Welt draussen so wunderbar gedämpft wurde, habe ich mich genauso gefühlt- nmitten dieses monumentalen und doch sanften  Gebildes beschützt und geborgen. Das Bild hier ist übrigens einfach gerade nach oben fotografiert…

Wovon ich hier spreche? Von der Ausstellung „Big Air Package“ von Christo im Gasometer in Oberhausen, die wir gestern besucht haben. Da ist auf der einen Seite das Kunstwerk selbst und dann noch eine wunderbare Auststellung über die Kunstwerke der letzten 50 Jahre, mit Fotos, Texten und Filmen, wie die Kunstwerke entstanden, faszinierend! Hier ein paar Fotos (eine Insel vor Miami, Pont Neuf, der Reichstag), die für sich selbst sprechen:

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State of the Art Photography

Am Sonntag waren wir in der Ausstellung „State of the Art Photography“ im NRW-Forum Düsseldorf

„Künstler mit großem Zukunftspotenzial

Die Fotografie befindet sich gerade in einem Wandel. Es ist indes nicht nur die digitale Revolution, die das Bildermachen verändert, ihre Technik, ihre Möglichkeiten erweitert. Auch der globale Datenraum selber ist zu einer neuen Ressource geworden. Trotz aller Digitalisierung ist aber auch der Weg zum analogen Unikat wieder eine Möglichkeit. Ästhetik, Inszenierung verändern sich. Migration und Globalisierung sind neue Themen. Die Neuen Fotografen haben einen anderen Blickwinkel auf die Geschichte der Fotografie. Sie haben neue Heroen – aus der Geschichte und aus anderen Disziplinen. Sie haben keine Scheu mehr vor dem Auratischen und Sublimen. Und sie sind offen für neue Präsentationsformen, für Installationen, für eine Durchmischung der Medien und Materialien. Die Fotografie, so scheint es, ist endgültig in der freien Kunst angekommen.

»Die Zukunft liegt nicht in der reinen Fotografie, sondern in der freien Kunst.« postuliert Andreas Gursky, er ist einer der Advisors der Ausstellung »State of the Art Photography«. Das NRW-Forum Düsseldorf fragte nach den Fotografen, die die Diskussion der kommenden Jahre bestimmen werden. Vorgeschlagen wurden sie von Andreas Gursky, Thomas Weski, Klaus Biesenbach, Udo Kittelmann, FC Gundlach, Thomas Seelig, Andrea Holzherr und Werner Lippert. In dieser Übersichtsausstellung werden jeweils mit einem Konvolut an Bildern oder einer Installation 40 Künstler/Fotografen vorgestellt, die diesem Anspruch entsprechen. Sie stammen aus Amerika, Europa, Südafrika – weitere Kontinente und Kulturräume sollen später gesondert betrachtet werden.

Das, was bei einer ersten Durchsicht der 40 Positionen in der Ausstellung erkennbar ist, sind zum Beispiel eine Renaissance der Klassische Themen in der Fotografie, wie die Landschaft oder das Portrait. Aber mit durchaus anderer Zielsetzung und unter anderem Blickwinkel. Etwa bei den Landschaftsbildern von Alex Grein, die in der Tradition Caspar David Friedrichs zu stehen scheinen. Ihre Bilder sind jedoch aus zahlreichen Bildfragmenten zusammengesetzt, die sie im Internet gefunden hat. Bildausschnitten, die aus Satellitenaufnahmen stammen: von Google Earh.
Unbenommen ihrer technischen Entstehung rekurrieren sie auf eine Kunst, in der Versenken in Bild und Landschaft erlaubt war. Zugleich verweisen sie darauf, dass Wahrnehmung beeinflussbar ist durch Erinnerungen, Vorstellungen und Emotionen. Ganz anders die Arbeiten von Asger Carlsen, der wie Alex Grein aus dem Digitalen schöpft und menschliche Körper zu geradezu unmenschlichen Formen zusammensetzt. Ein eher bildhauerischer nicht-fotografischer Ansatz.

Viele Ansätze sind geradezu »wissenschaftlich« zu nennen; Recherche auf den Spuren der Menschheit, den Biografien von Jugendlichen, von brain imaging, … diese Fotografien sind vergleichbar dem Ergebnis eines Wissenschaftlers und Forschers, sie sind von hohem dokumentarischen Wert und verleugnen dabei nicht ihre ästhetische Dimension. Sanna Kannisto’s Arbeiten etwa sind biologischen Untersuchungen geschuldet, Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse erforschen den Wohnturm »Ponte City« als Ikone der Johannesburger Skyline und Olaf Otto Becker beschäftigt sich mit den Spuren, die die wachsende Überbevölkerung der Menschheit in der Landschaft hinterlässt.

Und was auffällt ist, dass die Künstler sich von der Leere abwenden und wieder das Sublime, das Auratische zulassen, wie etwa Andreas Mühe in seinen Fotografien vom Obersalzberg. Die Fotografie ist also nicht nur in der Kunst angekommen – sie hat dabei offensichtlich auch wieder zu sich selbst gefunden.“

Eine Ausstellung, die ich sehr empfehlen kann; einige Künstler haben mich wirklich sehr beeindruckt.

Olaf Otto Becker, Naturschauspiele mit Nachdenklichkeitscharakter

Tim Lee, faszinierende Schattenspiele

Tayo Onorato, Buch-Variation

Ulrich Hensel, Baustellenkunst (mein Lieblingsbild von ihm hab ich leider nicht im Netz gefunden)

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